SSD installiert, Computer langsam

Nachdem ich in den PC ein Solid State Drive (SSD) als Boot-Laufwerk installiert und meine Windows-Partition hierauf geklont hatte, startete Windows 7 deutlich schneller. Später baute ich eine weitere SSD ein, und zwar als Laufwerk für die bisher noch auf einer herkömmlichen Festplatte installierten Anwendungsprogramme. Danach stellte ich allerdings fest, dass die Programme öfters mal »hingen«, also nur mit spürbaren Verzögerungen reagierten. Ich stellte im BIOS den Controller-Modus von IDE auf AHCI um, aber da wollte Windows nicht mehr starten.

Ich hätte wohl erst im BIOS auf AHCI umstellen und danach Windows auf das SSD installieren müssen. Aber … Windows komplett neu installieren und damit auch alle Anwendungen? Eine Arbeit von Stunden, wenn nicht Tagen. Nein, das war keine Option. Was tun?

Die Lösung fand ich bei pc-magazin.de. In dem Artikel AHCI-Modus für SSDs aktivieren steht, dass es auch anders geht. Man muss eine Einstellung in der Registry ändern, neu booten, dabei ins BIOS gehen, dort von IDE auf AHCI umstellen, und anschließend startet Windows auch ganz brav.

So hat man hat sich eine fürchterliche Neuinstallation erspart. Jetzt heißt es nur noch: Images der Partitionen anlegen, um für einen eventuellen späteren Notfall gerüstet zu sein. Dafür gibt es Werkzeuge von verschiedenen Software-Herstellern.

cFOS Personal Net

Im letzten Artikel hatte ich über Syncthing geschrieben, mit der eine dezentralisierte Datensynchronisation übers Intra- oder Internet direkt von Computer zu Computer möglich ist – eine Peer-to-Peer-Lösung also. Eine private Datensicherung oder -synchronisierung ist aber natürlich auch als Client-Server-Lösung machbar. Der deutsche Hersteller cFOS, bekannt für seine Internet-Einwahltreiber und Verbindungs-Beschleuniger für die Windows-Betriebssysteme, bietet auch einen HTTP-Server an.

cFOS Personal Net
Bild: cFos Software GmbH

HTTP-Server

Dieser nennt sich cFOS Personal Net und ist laut Aussage des Anbieters »ein vollständiger HTTP Server für privaten und geschäftlichen Einsatz«. Für den geringen Preis von knapp 20 Euro erhält man eine für alle Folgeversionen gültige Lizenz, kann also lebenslang Upgrades installieren.

Ich teste gerade die Version 3.13.3000. Es wird eine große Funktionsfülle versprochen. Das trifft wohl zu, denn der Konfigurationsaufwand ist weit höher als bei Syncthing. Allerdings ist der Ansatz auch ein anderer: Syncthing will eine Art unkomplizierte private Cloud bereitstellen, Personal Net bietet einen kompletten Webserver. Dieser kann, wie andere Webserver auch, HTML-Dokumente öffentlich anzeigen, Dateien zum Download anbieten und Verzeichnisse schützen. So ist es möglich, Benutzer anzulegen und ihnen private Verzeichnisse zuzuordnen, auf die dann nur sie selbst Zugriff haben.

Benutzer anlegen

Nun, bei dem Versuch, einen neuen Benutzer zu erstellen und ihm Superuser-Rechte zuzuweisen, bin ich gescheitert. Es gibt nur einen Superuser namens admin, und dessen Name kann nicht geändert werden. Schlimmer noch: Ich habe es sogar geschafft, mich selbst auszusperren. Denn es war möglich, den Admin-Account über die Konfigurationsoberfläche zu löschen. Dumm gelaufen, aber auch eigentlich ein Unding, dass das überhaupt so ohne weiteres möglich war. Da ich keine Konfigurationsdatei oder Datenbank fand, wo ich einen neuen Administrator hätte anlegen können, habe ich das Programm kurzerhand neu installiert.

cFOS Personal Net

Installation

Also noch mal von vorn. Bei der Installation lässt sich angeben, wo auf dem PC der localhost, also das vom Server anzusteuernde Stammverzeichnis, lokalisiert sein soll, ähnlich wie das auch bei dem HTTP-Server Apache möglich ist. Das hat auch alles gut geklappt. Nur hat mich gewundert, wieso man dann auch Verzeichnisse wie users sieht und eine Administrations-Seitenleiste. Um administrative Aufgaben ausführen zu können, muss man zwar ein Passwort eingeben (jedenfalls sofern man bei der Installation angegeben hat, dass es überhaupt einen Administrator und ein zugehöriges Passwort geben soll), aber ein Link auf einen Backend-Bereich hätte doch gereicht, statt die Funktionen öffentlich anzuzeigen.

Doch kommen wir noch einmal zurück zu der Möglichkeit, Besuchern private Verzeichnisse zu geben. Ich muss gestehen, dass ich ein Weilchen gebraucht habe, um zu verstehen, wie die Konfiguration vorzunehmen ist. Und zwar werden Verzeichnisse wie bei einem Apache-Server durch .htaccess-Dateien geschützt. Diese sind sozusagen kaskadierend, eine .htaccess-Datei in einem untergeordneten Verzeichnis übernimmt die Anweisungen derjenigen aus dem übergeordneten Verzeichnis. In der Dokumentation ist dies genauer nachzulesen. Dort werden auch die Vorteile und Möglichkeiten von cFos Personal Net aufgelistet, die ich hier aber nicht alle behandeln will.

IP-Adresse

Ein Problem ist nur, dass der Heimrechner bei jeder Einwahl ins Internet eine neue IP-Adresse vom Internet-Service-Provider zugeordnet bekommt. Auch permanent verbundene Geräte, denn die werden automatisch nach einer bestimmten Zeit, im Regelfall 24 Stunden, vom Provider getrennt. Selbst wenn der Router sofort eine neue Verbindung herstellt, ändert sich die IP-Adresse. Eine permanente Erreichbarkeit des Heim-Servers ist damit nicht gegeben. Es gibt allerdings Dienste, die diese Problematik umgehen können. cFOS Personal Net schlägt einen solchen Dienst vor: dyndns.org. Diese Adresse wird allerdings umgeleitet auf dyn.com, und dort gibt es keinen kostenfreien Tarif. Auf pcwelt.de werden kostenlose Alternativen vorgestellt.

Router-Konfiguration

Um überhaupt aus dem Internet erreichbar zu sein, muss die im Router eingebaute Firewall auch Verbindungen von außerhalb über einen bestimmten Port zulassen. Die Fritz!Box von AVM zum Beispiel ist werksmäßig so eingestellt, dass solche externen Zugriffe blockiert werden, und das natürlich aus gutem Grund. Diese Einstellung kann man ändern, macht sein Heimnetz damit aber auch ein Stück weit unsicher. Auf jeden Fall sollten auf allen PCs Personal Firewalls und Antivirenprogramme installiert sein, die verdächtige Vorgänge blockieren. Ich habe meinen Router noch nicht entsprechend umkonfiguriert, und so gibt die cFOS-Software bei einem Test der Verbindungen folgende Meldung aus:

cFos Personal Net Verbindungstest: Fehlgeschlagen!

  • cFos Personal Net war als localhost erreichbar. cfospnet.exe läuft und der Server-Port 81 ist verfügbar.
  • cFos Personal Net war in Ihrem LAN unter der lokalen IP-Adresse und Server-Port 81 erreichbar. Ihre Firewall lässt HTTP-Requests durch zu Ihrem Computer.
  • cFos Personal Net war nicht vom öffentlichen Internet aus erreichbar. Entweder ist das NAT-Port-Forwarding in Ihrem Router nicht eingerichtet um HTTP-Requests auf dem Port 81 an Ihren Computer weiterzuleiten oder eine Firewall (möglicherweise im Router) blockiert HTTP-Requests aus dem öffentlichen Internet.
    HTTP GET fehlgeschlagen: 12002

Was man tun muss, wird kurz in der Dokumentation erklärt, aber man sollte auf jeden Fall das Handbuch seines Routers zu Rate ziehen.

Weitere Funktionen (Auswahl)

  • Datei-, Kalender- und Adressbuchsynchronisation mit WebDAV, CalDav und CardDav
  • Leichter Datei-Upload
  • Temporärer Server für unkomplizierten Transfer großer Dateien ohne Mail
  • Eingebauter UPnP Media-Server
  • Eingebaute Mail-Versendung

cFOS Personal Net
Grafik: cFos Software GmbH

Fazit

Syncthing lässt sich schnell und bequem einrichten. Man kann es sowohl zur Synchronisation seiner Computer als auch zum Filesharing mit Freunden verwenden, ohne die Daten fremden Servern anvertrauen zu müssen. Die Computer verbinden sich peer-to-peer, es gibt also keinen Server. Außerdem synchronisieren sie sich automatisch, vorausgesetzt, sie sind gleichzeitig online. Preis: kostenlos.

cFOS Personal Net bietet ähnliche Funktionen, ist aber als Server zu verstehen, der auf einem eigenen Computer installiert wird, auf den verschiedene Clients zugreifen können. Die Konfiguration ist, wie bei jedem HTTP-Server, mit etwas Aufwand verbunden. Dafür sind umfangreiche Einstellungen möglich. Darüber hinaus kann man diese Software auch dazu benutzen, selbst erstellte HTML-Webseiten lokal zu testen. Auch die Ausführung von Perl oder PHP kann eingerichtet werden. Preis: 20 Euro für eine lebenslange Lizenz, die auch Major-Upgrades erlaubt.

Syncthing

Mit Syncthing ist Dateisynchronisierung und Datenspeicherung ohne Cloud, ohne Server und ohne zentralisierte Strukturen möglich. Dropbox ist (aus Datenschutzsicht) schlecht, der angemietete FTP-Server bei einem deutschen Webhoster ist besser, aber Peer-to-Peer-Verbindungen zwischen den eigenen Computern (und, wenn man will, denen von Freunden) sind vielleicht noch besser. Syncthing verwendet eine TLS-Verschlüsselung, wie man sie auch von FTP-Verbindungen kennt. Es wurde programmiert in Go, und da die Software quelloffen ist, kann jeder, der sich mit dieser Programmiersprache gut auskennt, nach Schwachstellen suchen oder helfen, die Software zu verbessern.

Syncthing-Logo

Interessant finde ich, dass Syncthing laut Statistik von mehr als doppelt so vielen Linux- als Windows-Benutzern verwendet wird. Anscheinend ist es auch heute noch so, dass Linuxianer sich experimentierfreudiger zeigen als Windows-Anhänger und vielleicht aufgeschlossener sind für freie, nicht-proprietäre Software. Sogar Benutzer von BSD-Betriebssystemen, die in anderen Statistiken nur sehr wenig auftauchen, sind hier relativ stark vertreten.

Syncthing befindet sich noch im Entwicklungsstadium, wirkt aber gut durchdacht und bietet schon eine ganze Menge:

  • Es gibt eine einfach zu verstehende grafische Benutzeroberfläche, die über den Webbrowser bedient wird.
  • Unterstützt werden die Betriebssysteme OS X, Windows, Linux, FreeBSD und Solaris.
  • Die Bedienung fällt sehr leicht. Man gibt auf dem eigenen Computer Verzeichnisse frei, die dann mit anderen Geräten synchronisiert werden. Statt ihrer IP-Adressen teilen die Benutzer sich gegenseitig eine Zeichenfolge mit, die von Syncthing erzeugt wird. Die Geräte finden sich dann nach kurzer Zeit.
  • Es lassen sich beliebig viele Verzeichnisse mit verschiedenen Personen teilen. Man kann also flexibel festlegen, wer auf was zugreifen darf.

Die Synchronisierung soll sowohl übers lokale Netzwerk als auch übers Internet funktionieren – letzteres hat bei mir aber nicht funktioniert. Es kommt immer die Fehlermeldung: »Failed to create UPnP port mapping«. Da müsste ich wohl Universal Plug and Play auf dem Router einschalten, was ich aus Sicherheitsgründen aber scheue. Meine Fritz!Box schreibt zu dem Thema: »Wenn Änderungen der FRITZ!Box-Sicherheitseinstellungen über UPnP erlaubt sind, können auch Schadprogramme die Freigabe von Ports veranlassen und so die Firewall der FRITZ!Box umgehen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie daher an allen Computern im Heimnetz eine Firewall einrichten.«

Syncthing: Failed to create UPnP port mapping
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Ja, na gut, Firewalls sind auf allen meinen PCs und Notebooks eingeschaltet. Aber dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl. Und um zu synchronisieren, müssen ja mindestens zwei Geräte gleichzeitig angeschaltet sein und die Syncthing-Software muss laufen. Da ist der FTP-Server bei einem deutschen Webhoster für mich persönlich doch irgendwie der gangbarere Weg. Der ist auf jeden Fall sozusagen immer eingeschaltet. Wenn es rein um die Datensicherung geht, ist es sowieso unsinnig, alles ausschließlich zu Hause zu speichern. Da wäre es wohl am sinnvollsten, eine externe Festplatte in einem Bankschließfach zu lagern oder bei einem Freund oder Verwandten. Der könnte dann theoretisch natürlich auch herumschnüffeln.

Trotzdem ist der Ansatz von Syncthing gut. Besonders sinnvoll erscheint mir die Möglichkeit, mit Geschäftspartnern und Kunden Dateien einfach und sicher austauschen zu können. Wenn es um sensible Daten geht, ist eine Peer-to-Peer-Lösung der Client-Server-Lösung womöglich vorzuziehen. Und der ausländischen Cloud sowieso.

Ability Office

Ability Office ist ein Büroprogramm, das in der Standardversion aus den üblichen Komponenten Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation besteht. Es gibt aber auch noch eine Profi-Version, die zusätzlich eine Datenbank und eine Bildbearbeitung bietet. Ich habe mir mal eine Testversion heruntergeladen.

Photopaint

Fangen wir mal mit der Grafiksoftware Photopaint an. Der Funktionsumfang erinnert zunächst an bekannte Programme wie Adobe Photoshop oder Corel Paint Shop Pro. Doch wenn man die Funktionen ausprobiert, zeigen sich auch gleich schon die Schwächen und Macken des Programms. Zum Beispiel, wenn man Farben in einem Bild ersetzen will. Hier fehlt die Pipette, sodass ich gar nicht die zu ersetzende Farbe aus meinem Foto heraus picken kann – ich muss mit dem Farbwähler herumfummeln, um die passende Farbe festzulegen.
Ability Photopaint: Farbwähler
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Oder nehmen wir »Ausgleichen«, was wohl ein Weißabgleich sein soll. Auch hier: keine Pipette, kein Regler, kein gar nichts. Aus einem gelbstichigen Bild wird kurzerhand ein blaustichiges gemacht und die überstrahlten weißen Bereiche mit einem attraktiven Magentaton gefüllt. Na, wenn das keine Verbesserung des Fotos ist!
***
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Gut, machen wir das mal rückgängig. Was doch wohl klappen wird, ist eine der einfachsten Aufgaben eines Bildbearbeitungsprogrammes: das Entsättigen. Unsere knalligen Farben sollen etwas gedämpfter werden. Und was macht Photopaint? Ja, es entsättigt die Farben, aber – es setzt auch hübsche schwarze Tintenkleckse in den überstrahlten Bereich hinein.
Ability Photopaint: Entsättigen
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Tja … noch mehr schlechte Funktionen auszuprobieren, habe ich jetzt keine Lust mehr. Diese Bildbearbeitungs-Software ist für die Tonne, will ich mal sagen.

Hersteller von Bürosoftware sollten wohl – ich verallgemeinere das jetzt mal – einfach die Finger von Grafiksoftware lassen und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. In der Textverarbeitung wird Ability doch nun wohl glänzen können, oder? Probieren wir’s aus!

Write

Write nennt Ability sein Schreibprogramm. Die Benutzeroberfläche gefällt mir spontan. Sie ist gestaltet im Microsoft-Office-Ribbon-Stil und wirkt schlicht und übersichtlich, nicht überladen. Alle wichtigen Bearbeitungsfunktionen findet man auf der bebilderten Menüleiste, die durch Registerkartenreiter in Kategorien eingeteilt wird. Sie nennen sich Datei, Start, Einfügen, Seitenlayout, Hilfsmittel und Ansicht.
Ability Write: Menüleiste
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Write kann HTML-Dateien öffnen und zeigt diese korrekt an. Nur die Bearbeitung will mir nicht gelingen, das Programm bleibt dabei hängen; es stürzt allerdings nicht ab, sondern fängt sich wieder bei einem Klick auf den Text.
Ability Write: HTML
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Ability erhebt den Anspruch, kompatibel mit Microsoft Office zu sein. Einige Word-Dateien, die ich mit Write geöffnet habe, wurden nicht korrekt angezeigt; allerdings muss man dazu sagen, dass es auch kompliziert aufgebaute Formulare waren. Dennoch: mein Liebling in der Textbearbeitung, nämlich TextMaker von SoftMaker, kommt mit so etwas deutlich besser zurecht.

Eine weitere Schwachstelle ist für mich die Tatsache, dass Write nicht mehrere Dateien gleichzeitig geöffnet hält. Ruft man ein weiteres Dokument auf, wird das im Programm geladene geschlossen. TextMaker hält mehrere Dokumente geöffnet und bietet dafür Registerkartenreiter, was ich sehr übersichtlich finde. Allerdings findet man bei Ability Write geschlossene Dokumente in der rechten Seitenleiste schnell wieder. Und beim Beenden fragt das Programm, ob geänderte Dateien gespeichert werden sollen. – Die deutsche Rechtschreibprüfung klappt einwandfrei.

Spreadsheet

Als ich eine Excel-Tabelle mit der Dateiendung .xlsx öffnete, die neben Text auch Zahlen enthält, nämlich Mitgliedernummern und Postleitzahlen, wurden diese alles andere als korrekt dargestellt. PlanMaker von SoftMaker und LibreOffice Calc dagegen haben keinerlei Probleme damit.
Ability Spreadsheet: Nummern

Fazit:
Mir reicht’s, weitere Tests schenke ich mir. Wer eine preisgünstige Office-Suite sucht, aber nicht auf volle Microsoft-Office-Kompatibilität angewiesen ist, kann sich Ability kaufen – Ability Office kostet € 34,99, Ability Office Professional € 39,99. Doch insbesondere, wenn man keine Datenbankanwendung benötigt, kann man besser ein paar Euro mehr aufwenden und sich was Vernünftiges kaufen, etwa SoftMaker Office (ab € 69,95) oder Corel Office (ab ca. € 53,00). Aber auch mit FreeOffice (nur für privte Benutzung kostenlos) oder LibreOffice hat man sehr gute MS-Office-Alternativen, die noch nicht mal Geld kosten.

WPS Office

Kingsoft Office heißt jetzt WPS Office. Warum, das konnte ich nicht herausfinden. Wie auch immer: Die Office-Suite ist in drei Versionen erhältlich: Home Free, Home Premium ($ 2,99 pro Monat) und Business Edition ($ 4,99 pro Monat). Von den kostenpflichtigen Versionen kann man eine 30-tägige Testversion herunterladen. Das Paket besteht jeweils aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware. Laut eigenen Aussagen soll es voll kompatibel zu Microsoft Office sein. Es ist erhältlich sowohl für Windows- und Linux-PCs als auch für iPhones, iPads und Android-Geräte. Die kostenlose Version ist wohl in der Funktionalität etwas abgespeckt.

Ich habe mal so getan, als würde ich die Software kaufen wollen. Aber statt einen Warenkorb vorzufinden, sollte ich mich in einer Cloud anmelden. Was sind denn das für Mätzchen? Das sind ja Microsoft-Allüren. Aber gut, zumindest herunterladen kann man die Software auch ohne Anmeldung.

Ich hatte ja schon in einem älteren Artikel (Kingsoft Writer) einige Mängel des Textverarbeitungsprogrammes beschrieben. Also schauen wir mal, ob die neue Version besser ist.

Writer

Was zunächst auffällt, ist, dass man nach dem Starten der Textverarbeitung statt eines leeren Dokumentes unzählige Vorlagen vorfindet, und zwar mit richtig grafischer Gestaltung. Dies sind Online-Vorlagen, die man kurzerhand herunterladen kann. Ich persönlich muss sagen: So etwas habe ich noch nie gebraucht. Für mein Geschäftspapier habe ich mir eine Vorlage selber gebaut, und für private Briefe reichte mir bisher eine Vorlage mit Absenderangaben, Anschriftenfeld und vielleicht Falzmarkierungen. Natürlich schreibt man nicht nur Briefe. Doch auch für meine Gedichte und Kurzgeschichten reichten mir bisher einfache weiße »Blätter«. Allerdings muss ich sagen, dass unter den angebotenen Vorlagen sich einige recht hübsche und auch mehr oder weniger zweckmäßige finden lassen (von der Einkaufsliste über die Geschäftssitzungsplanung bis hin zur Protokollierung des Gassigehens mit dem Hund), und dieses Office-Programm hebt sich damit ein wenig von der Konkurrenz ab. Aber natürlich kann man auch ein leeres Dokument ohne Gestaltung aufrufen.
WPS Writer: Vorlage
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WPS Writer: Vorlagen
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Negativ fällt allerdings auf, dass man keine deutsche Sprache für die Oberfläche einstellen kann – zumindest habe ich keine Möglichkeit dazu gefunden. Ich selbst komme zwar auch mit englischen Menüs gut klar, aber viele Anwender dürften sich an der fehlenden Übersetzung stören. Ganz übel ist natürlich, dass keine deutsche Rechtschreibprüfung verfügbar ist. Die auswählbaren Sprachen beschränken sich auf Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Damit scheidet das Programm fast schon aus – jedoch kann man eigene Wörterbücher anlegen, in die man dann eben nach und nach alle unbekannten Wörter aufnimmt. Aber testen wir mal weiter.
WPS Writer: kein Deutsch
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Writer kann HTML-Dateien öffnen, und sie lassen sich auch bearbeiten und wieder als HTML-Dokumente speichern. Was für ein Code dabei erzeugt wird, habe ich nicht getestet, und ein Textverarbeitungsprogramm ist schließlich auch kein HTML-Editor.
WPS Writer: HTML
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Weitere Vorteile:
Schriftstücke lassen sich als PDF-Dateien exportieren – diese Funktion wird in der kostenlosen Version, in die sich das Programm nach Ablauf der Testphase umwandelt, allerdings wohl nicht mehr verfügbar sein. Microsoft-Word-Dokumente, sowohl im Format .doc als auch .docx, lassen sich problemlos öffnen, und auch Formulare erscheinen nicht als Kraut und Rüben, sondern werden ordentlich dargestellt. Die Speicherung als MS-Word-Datei klappt auch einwandfrei, soweit ich testen konnte – zumindest mit einfach formatierten Dokumenten.

Nachteile:
[STRG] + [-] im Nummernblock erzeugt keinen Gedankenstrich, der ja etwas länger als ein Minus-Zeichen ist. [STRG] + [-] erzeugt keinen weichen Trennstrich. Überhaupt klappt deutsche Silbentrennung überhaupt nicht, weil Deutsch dem Programm ja offensichtlich gänzlich unbekannt ist, wie wir weiter oben schon festgestellt haben.

Sicherlich gibt es noch mehr Vorteile und Schwachstellen, aber ich habe das Programm nicht auf Herz und Nieren geprüft, denn dann müsste ich sehr viel Zeit aufwenden – es handelt sich hier also nur um eine Kurzrezension.

Spreadsheets

Auch die Tabellenkalkulation macht einen guten Eindruck. Microsoft-Excel-Dokumente werden einwandfrei geöffnet und angezeigt. Nur schattierte Felder werden etwas seltsam dargestellt.
WPS Spreadsheets: schattierte Felder

Presentation

Die Präsentations-Software habe ich nur ganz kurz getestet, weil ich so etwas fast nie benutze. Für mich persönlich ist die Textbearbeitung der wichtigste Teil eines Büro-Programmes. Was mir bei WPS Presentation negativ auffiel, war, dass bei Blocksatz die Buchstaben-Abstände sehr seltsam und unregelmäßig gesetzt werden – jedenfalls um deutsche Umlaute herum. Und hier zeigt sich wieder, dass die Software für den deutschen Markt einfach nicht ausgelegt und nicht geeignet ist.
WPS Presentation: hässlicher Blocksatz
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Fazit:
Wer sich an den doch recht vielen Schwachstellen nicht so sehr stört, die Software nicht im professionellen Umfeld einsetzt und außerdem der englischen Sprache mächtig ist, wird damit vielleicht glücklich sein. Auf mich wirkt die Office-Suite sympathisch, aber eben auch nicht wirklich ausgereift. Ich selbst verwende seit vielen Jahren SoftMaker Office aus einem deutschen Softwarehaus, und das ist ein leistungsfähiges Büropaket, das eben auch optimal auf den deutschen Markt zugeschnitten ist. Mit ca. 70 Euro ist es auch bezahlbar, nur verfügt es leider nicht über ein Datenbank-Management-System. Aber das ist ja bei Microsoft auch nur in den großen, schrecklich teuren Versionen dabei.

Markdown-Parser für PHP

PHP Markdown von Michel Fortin ist eine Bibliothek für Entwickler. Sie enthält einen PHP-Markdown-Parser, der auch mit Markdown Extra umzugehen weiß. Im Ursprung war das Programm eine Portierung des Markdown-Tools von John Gruber, und zwar von Perl nach PHP.

Die aktuelle Version (Stand: März 2015) setzt mindestens PHP 5.3 voraus. Ich habe diese Bibliothek bzw. diesen Parser ausprobiert und muss sagen: läuft! Sowohl auf dem Windows-PC als auch auf dem Linux-Webserver. Eine Installation ist nicht erforderlich, man entpackt einfach die ZIP-Datei. Die Verwendung ist einfach, ich bin auf Anhieb gut zurecht gekommen.

»Homepages« von Heise

Heute in der aktuellen c’t des Heise-Verlages entdeckt: Dieser Zeitschriftenverlag bietet auch die Erstellung und Betreuung von »Homepages« an. Eigentlich sollte dieser Computer-Fachverlag wissen, dass eine Homepage nur die Startseite einer Website ist, aber was soll’s – Provider und Webhoster bezeichnen ja zum Beispiel ihre Baukastensysteme auch als »Homepage«-Baukasten. Aber das nur am Rande.

Ich war neugierig, was Heise denn da so für Webdesign-Leistungen anbietet. Die Referenz-Websites sehen zum größten Teil ganz hübsch aus, und auch die Quellcodes, die ich mir angesehen habe, ließen keine Mängel erkennen. Allerdings, eine CSS-Datei mit fast 6000 Zeilen Code und einer Größe von etwa 165 KiB, wie ich sie in mehreren Beispielen vorfand, finde ich schon heftig. Ich selbst versuche immer, möglichst unter 25 oder wenigstens unter 30 KiB zu bleiben, was auch bei aufwändigeren Layouts durchaus machbar ist.

Ob Heise ein Content-Management-System einsetzt oder nicht, wird auf deren Website leider nicht verraten – in den Quellcodes der Referenz-Websites, die ich mir angeschaut habe, deutete jedenfalls nichts darauf hin. Also wird vermutlich kein CMS eingesetzt, was es den Kunden erschweren dürfte, ihre eigenen Inhalte zu bearbeiten. Natürlich gibt es immer mal Kunden, die sich sowieso nicht selbst kümmern wollen, sondern die Pflege der Agentur überlassen, und in diesen Fällen ist ein CMS auch nicht erforderlich. Nach meinen Erfahrungen sind diese Kunden aber in der Minderheit. Wie dem auch sei – die Leistungsbeschreibungen deuten darauf hin, dass Heise generell die Kunden ungern selbst agieren lassen möchte: »Und Ihr HTML Know-how aus eigenen Programmierversuchen können Sie getrost in Ihr Langzeitgedächtnis verschieben.« Aha. HTML ist also angeblich eine Programmiersprache. Puh, grober Fehler. Sechs! Setzen! HTML ist eine Auszeichnungssprache.

Ein weiteres großes Geheimnis wird um die Preise gemacht. Wenn man schon verschiedene Komplettpakete anbietet, sollte doch eigentlich auch gleich der Preis dabei stehen. Finde ich jedenfalls. Im Café sehe ich ja auch die Preise in der Getränkekarte oder an der Kuchentheke, ja sogar draußen auf einer Tafel. Aber bei Heise soll man anrufen, sich beraten lassen und/oder ein Angebot anfordern. Es ist klar, dass es Kundenwünsche gibt, die man nicht pauschal abrechnen kann – aber für die Standardleistungen, die man anbietet, kann man doch gleich die Karten in Form von Preisangaben auf den Tisch legen. Jedenfalls handhabe ich das so; bei mir kann man sich eine Preisliste für die gängigsten Leistungen herunterladen.

Fazit: Bei Heise Homepages bekommt man zweifelsohne eine professionell erstellte Website. Was mich aber stört, sind die Ungenauigkeiten in den Formulierungen und dass die Preise für die vorgestellten Leistungspakete nicht von vornherein genannt werden.

Dienst unter Windows löschen per Batch

Dienste, die von einem Anwendungsprogramm installiert wurden, aber unnötig sind oder vielleicht nach einer Deinstallation übriggeblieben sind, lassen sich unter Windows per Kommandozeile löschen. Doch Vorsicht: bei den meisten Diensten handelt es sich um solche des Betriebssystems, und diese dürfen in aller Regel nicht entfernt werden!

Da man solche Arbeiten aber nur selten ausführt, vergesse ich in den langen Zwischenräumen immer wieder, wie der Löschbefehl lautet. Daher habe ich mir jetzt ein kleines Batch-Programm gebaut. Bei solchen Programmen handelt es sich um Reintextdateien, die man mit der Dateiendung .bat abspeichert. Von der Kommandozeile lassen sie sich dann ohne Eingabe der Dateiendung aufrufen und ausführen. Ich habe sie dienst-loeschen.bat genannt, und hier sind die zwei Zeilen Code:

set /p NAME=Bitte den Dienstnamen eingeben:
sc delete %NAME%

Das Progrämmchen fragt also nach dem Namen des Dienstes, der gelöscht werden soll; und wurde dieser korrekt eingetippt, wird der Dienst ohne Rückfrage gelöscht und es wird eine entsprechende Erfolgsmeldung ausgegeben.

Wie gesagt: Man sollte wissen, was man tut, und für eventuelle Probleme hafte ich nicht, sondern weise ausdrücklich darauf hin, dass die Benutzung auf eigene Gefahr geschieht.

CSS-Klassen des WordPress-Menüs abspecken

Ich versuche immer, meine HTML- und CSS-Quellcodes schlank zu halten. Erstens, weil man dann bei späteren Bearbeitungen besser durchblickt, und zweitens, weil Suchmaschinen es lieben, wenn Webseiten so beschaffen sind, dass sie deutlich mehr echten Inhalt als Layout-Angaben beinhalten.

Zum Beispiel trägt das benutzerdefinierte Menü von WordPress zu viel Ballast mit sich. CSS-Klassen, die zwar im Quelltext aufgeführt sind, aber gar nicht benötigt werden, blähen Webseiten unnötig auf und sollten entfernt werden. Was kann man tun?

Wie so oft liegt die Lösung darin, Code in die Datei functions.php, die man im Theme-Ordner findet, einzufügen. Aber wie? Das erfährt man von Monika in ihrem Blog texto.de. Da es in deutscher Sprache ist, schlage ich vor, bei Interesse ihren sehr gut erklärten Artikel HTML output von wp_nav_menu verringern zu lesen.

WordPress: Fehlender Home-Link in Navigation

In aller Regel wird man, wenn man ein WordPress-Blog erstellt, keinen Link zur Startseite im Navigationsmenü vorfinden. Man kann aber einen dorthin bekommen.

In dieser Kurzanleitung fangen wir mal ganz bei Null an und basteln uns eine Navigation selbst. Falls sie in dieser Form schon im Theme vorhanden ist, können die Punkte 1 bis 3 übersprungen werden.

Davon ausgegangen, dass es sich sich um ein selbst gehostetes WordPress handelt (also nicht um ein bei WordPress.com eingerichtetes) und dass wir natürlich FTP-Zugriff zum Webserver haben, dann sind folgende Schritte zu unternehmen:

  1. Menü-Funktion hinzufügen

    Um ein benutzerdefiniertes Menü zu ermöglichen, das dann übers Dashboard konfiguriert werden kann, folgenden Code der Datei functions.php im Theme-Ordner hinzufügen:

    add_action( 'init', 'my_custom_menus' );
     
    function my_custom_menus() {
        register_nav_menus(
            array(
                'primary-menu' => __( 'Primary Menu' ),
                'secondary-menu' => __( 'Secondary Menu' )
            )
        );
    }

    In diesem Fall wollen wir zwei Navigationsmenüs haben, eine Hauptnavigation und eine untergeordnete.

  2. Template-Datei modifizieren

    Unser Theme müssen wir jetzt mit den Navigationsmenüs ausstatten; dafür fügen wir folgenden Code ein, im Fall des Hauptmenüs wohl am ehesten in die Template-Datei header.php:
    <?php wp_nav_menu( array( 'theme_location' => 'primary-menu', 'menu_class' => 'primary', 'fallback_cb' => '') ); ?>.
    Mit dem Submenü verfahren wir ähnlich. – In unsere CSS-Datei können wir jetzt die Klasse primary-menu einfügen, um das Navigationsmenü zu gestalten. Die Fallback-Möglichkeit ist für den Fall gedacht, dass es überhaupt kein Menü gibt (weil zum Beispiel gar keine Subnavigation benötigt wird), dann wird nichts angezeigt.

  3. Menü im Dashboard erstellen

    Im Admin-Dashboard der WordPress-Installation klickt man jetzt auf Design > Menüs, wo man jetzt den Menübaukasten sieht. Dort kann man seine Navigationsmenüs auf einfache Weise konfigurieren.

  4. Homepage-Link im Navigationsmenü anzeigen

    Dumm ist nur, dass die Homepage (die Startseite) dennoch nicht in unserer Navigationsleiste angezeigt wird bzw. nicht im Menübaukasten als Menüpunkt erscheint. Auch hier liegt die Lösung darin, dass man die Datei functions.php im Theme-Ordner um etwas Code erweitern muss:

    function home_page_menu_args( $args ) {
        $args['show_home'] = true;
        return $args;
    }
    add_filter( 'wp_page_menu_args', 'home_page_menu_args' );

    Sobald dieser Code eingefügt worden ist, sollte das dazu führen, dass »Home« als Option unter dem »Seiten«-Widget auf der Menü-Verwaltungs-Seite erscheint, sodass man jetzt per Klick entscheiden kann, ob die Startseiten in der Navigation angezeigt werden soll oder nicht.

Quellen:
Box Model Junkie
WPBeginner