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Stapelverarbeitung von Bildern unter GNU/Linux

Um zum Beispiel Galerien auf Webseiten einzurichten, benötige ich ab und zu kleine Vorschaubildchen, die im Englischen als thumbnails oder kurz thumbs bezeichnet werden. Als ich noch unter Windows gearbeitet habe, habe ich für so etwas immer IrfanView verwendet (eine kommerzielle Lizenz kostet gerade einmal zehn Euro). Diese Software soll laut dem Anbieter Irfan Skiljan mit Hilfe von Wine auch unter GNU/Linux laufen – allerdings verwende ich, wo immer möglich, lieber native Linux-Anwendungen. Und so stieß ich kürzlich bei einer Suche nach einem Stapelverarbeitungsprogramm für Fotos auf einen Artikel bei BITblokes, in dem das Programm Phatch vorgestellt wird.

Phatch ist in Python programmiert und somit plattformunabhängig, und es gibt Installationspakete für verschiedene GNU/Linux-Distributionen. Auch unter Windows und Mac kann man die Software benutzen, vorausgesetzt, Python ist installiert.

Schon nach kurzer Einarbeitung kam ich gut mit dem Programm zurecht. Ich habe bisher nur Größenänderungen durchgeführt, aber noch nichts von den sonstigen Möglichkeiten der Bildmanipulation ausprobiert, wie zum Beispiel Filter, Metadaten oder Farben. So kann ich bislang nur sagen: Zumindest, wenn es um die Größenänderung mehrerer Fotos in einem Rutsch geht, ist Phatch (= PHoto & bATCH) gut geeignet, nachdem man verstanden hat, wie die Einstellungen vorzunehmen sind. Die Dokumentation war mir da recht hilfreich.

Phatch (PHoto bATCH)

Bilder unter Linux fürs Web komprimieren

Ich bin vor kurzem von Windows auf Linux umgestiegen und habe mich als Webdesigner gefragt, ob es auch für Linux Werkzeuge gibt, die Bilddateien effektiv, aber möglichst verlustarm komprimieren können. Unter Windows hatte ich dazu IrfanView mit dem RIOT-Plugin verwendet – für Linux gibt es diese beiden Programme leider nicht. Und ich möchte nur in Ausnahme­fällen Windows-Software mit Hilfe von Wine unter Linux laufen lassen.

Im Blog meines Berufskollegen Marc Chiroiu fand ich eine mögliche Lösung: In einem seiner Artikel stellt er eine Software namens Trimage vor. Ich habe Trimage daraufhin selbst getestet. Dieses Werkzeug entfernt EXIF- und andere Metadaten aus den Bilddateien, wodurch die Dateigröße reduziert wird, ohne irgendetwas an der Bildqualität zu verändern. Darüber hinaus verwendet die Software die Techniken optipng, pngcrush, advpng und jpegoptim, je nach Dateityp – unterstützt werden die Formate PNG und JPG. Wenn das Bildbearbeitungsprogramm, das man benutzt, aber selbst schon diese oder ähnliche Techniken anwendet, kann Trimage die Größen der Bilddateien allerdings nicht weiter verkleinern, denn irgendwo ist ja die Grenze des Machbaren, wenn man ohne Verluste komprimieren will.

Trimage kann man als Kommandozeilen-Tool oder mit grafischer Benutzeroberfläche verwenden. Es ist quelloffen, kostenlos und steht unter der MIT-Lizenz.

Wenn die Dateigrößen der Bilder nach der Behandlung mit Trimage einem immer noch zu fett fürs Web erscheinen (Ladezeit!), hat man natürlich noch die Möglichkeit, sie verlustbehaftet zu komprimieren, indem man zum Beispiel die Kompressionsrate erhöht oder die Bilder kleiner skaliert. Und vielleicht muss es ja auch nicht immer ein farbiges Bild sein, sondern es reicht eins in Graustufen.

Stilvolle Fotogrüße ganz einfach?

Der deutsche Software-Hersteller Ashampoo vertreibt unter anderem System-, Multimedia- und Grafiksoftware. Zum Beispiel benutze ich gern deren Brennprogramm oder ihr Snap, mit dem man Webseiten fotografieren kann, und zwar auch die Teile, die außerhalb des gerade auf dem Monitor sichtbaren Bereiches liegen.

Aber als ich ihre Grafiksoftware Photo Card 2 ausprobiert habe, war ich doch arg enttäuscht. Man soll damit auf einfache Weise elektronische Grußkarten erstellen können, und das stimmt auch, die Bedienung ist sehr leicht. Doch das erste Wort in der Werbeaussage »Stilvolle Fotogrüße ganz einfach« finde ich, gelinde gesagt, ein wenig übertrieben. Stil mag ja immer auch ein bisschen Geschmackssache sein, aber wenn man als Benutzer keine Möglichkeit hat, die Farbgebung des eigenen in die Vorlage eingefügten Fotos an ebendiese Vorlage anzupassen oder umgekehrt, dann kommt doch schnell etwas zustande, das mit »stilvoll« recht wenig bis gar nichts zu tun hat, aus gestalterischer Sicht.

Und darüber hinaus finde ich die angebotenen Vorlagen auch verdammt nah am Kitsch. Viele davon haben mit gutem, stilvollem Geschmack in etwa so viel zu tun wie die Exponate in den Schaufenstern von bahnhofsnahen Souvenirläden. Aber gut, mit dieser furchtbaren, vielleicht schon all zu einfachen Ashampoo-Software kann sich jeder wie ein großer Künstler vorkommen und seine Machwerke an die lieben Verwandten, Freunde und sonstigen mehr oder weniger interessierten Menschen versenden – zum Beispiel per E-Mail, Picasa oder Facebook. Na dann: Viel Spaß!

Photoshop: Bild auf vorgegebene Maße verkleinern

Aus meiner Kundschaft kam folgende Frage: Wie kann ich in Photoshop ein Foto so fürs Web verkleinern, dass es in die vorgegebenen Abmessungen passt, aber dabei nicht unproportional skaliert wird?

Die Lösung lautet: Man muss in zwei Schritten vorgehen. Und so geht’s:

Nachdem das Foto in Photoshop geladen wurde (zu sehen ist ein Beispielbild aus meinem eigenen Fundus an experimentellen und/oder missratenen Fotos, denn auf Motiv und Qualität kommt es hier nicht an), klickt man in der Menüleiste auf Bild > Bildgröße.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (1)
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In dem nun erschienenen Fenster gibt man in die Eingabefelder die Abmessung der kleineren Endgröße ein. Angenommen, es sind die Abmessungen 960 Pixel Breite und 260 Pixel Höhe als Maximalmaße für das Bild auf der Webseite vorgegeben, so verkleinern wir das Foto auf die Breite 960 Pixel. Dabei ist darauf zu achten, dass Proportionen erhalten angeklickt ist und dass rechts neben den Eingabefeldern die Klammer Breite und Höhe aneinander koppelt.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (2)
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Die Höhe überragt jetzt das vorgegebene Maß, und wir kommen zum zweiten Schritt. In der Menüleiste wird Bild > Arbeitsfläche angeklickt.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (3)
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In dem nun erscheinenden Fenster lässt sich per Eingabefeld die gewünschte Größe eintippen. Darunter kann man noch die Position angeben, denn die Höhe kann ja zu gleichen Teilen von oben und unten beschnitten werden oder aber auch nur von oben oder nur von unten, je nach Motiv. Das Motiv sollte solche Beschneidungen natürlich erlauben.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (4)
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Photoshop weist nun noch darauf hin, dass die Arbeitsfläche nach diesem Bearbeitungsschritt kleiner sein wird als das Bild, sodass Teile des Bildes eben abgeschnitten werden. Nun, genau das wollen wir ja.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (5)
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Und als Endergebnis haben wir jetzt unser Bild in der vorgegebenen Größe und können es als neue Datei abspeichern, am besten in einer fürs Web optimierten Dateigröße (Datei > Fürs Web speichern …). Anschließend kann das Bild auf den Webserver hochgeladen und in die Webseite eingefügt werden.

Bild auf vorgegebene Maße verkleinern (6)
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Vielleicht wird der/die eine oder andere Leser/in jetzt sagen: »Öh, das ist doch profan!« Dazu möchte ich sagen: Es ging mir in diesem Blogartikel nicht darum, Photoshop-Profis spezielle Tricks zu vermitteln – dafür gibt es diverse Fachblogs und Regale voller Bücher in den Buchhandlungen und Bibliotheken. Vielmehr kam die Fragestellung, wie eingangs schon erwähnt, aus der Praxis; und meine Kundinnen und Kunden sind in aller Regel keine Grafikdesigner, die tagtäglich mit Grafiksoftware arbeiten, möchten aber ihre Webseiten weitgehend selber pflegen. Wenn dabei Fragen auftauchen und ich ein wenig Hilfestellung geben kann, freut das sowohl meine Kunden als auch mich. Und für den Fall, dass jemand anders mal vor dem gleichen Problem steht und im Web danach sucht, habe ich diesen Blogartikel geschrieben.

Affinity für Mac: Die Kampfansage an Adobe

Der Grafiksoftware-Hersteller Serif hat zusätzlich zu seiner sehr guten Software für Windows nun auch Grafikprogramme für den Mac auf den Markt gebracht. Zwei Anwendungen gibt es bisher, nämlich eine für die Bearbeitung von Bitmapgrafiken und eine für die Erstellung von Vektorgrafiken. Sie nennen sich Affinity Photo und Affinity Designer. Beide Programme gibt es zur Zeit für den Markteinführungspreis von jeweils 40 Euro. Später soll der Preis bei je 50 Euro liegen, was natürlich immer noch ein Kampfpreis ist.

Man könnte denken, dass man für dieses kleine Geld auch keine besonders leistungsfähige Software bekommt, aber das dürfte ein Irrtum sein. Ich kann zwar leider die Programme nicht testen, weil ich keinen Mac mein Eigen nenne, aber ich verwende schon seit Jahren die Windows-Software von Serif. Und die braucht sich vor den Anwendungen aus dem Hause Adobe nicht zu verstecken.

Mac-Anwender, denen Photoshop und Illustrator zu teuer sind, die aber dennoch mit professioneller Grafiksoftware arbeiten möchten, können sich näher informieren auf der sehr chic aufgemachten Website von Serif. Und bitte mit einem ordentlich großen Bildschirm, nicht mit einem winzigen Mobiltelefönchen.

Serif Affinity für Mac
Bild: © Serif

CoffeeCup Web Image Studio

Eine Grafiksoftware, die sich speziell an Webdesigner richtet, ist CoffeeCup Web Image Studio. Sie kam mir recht interessant vor, und so teste ich sie gerade.

Angefangen habe ich, ein Foto damit bearbeiten zu wollen. Das Programm bietet nämlich ganz hübsche Effektfilter und diverse Korrekturmöglichkeiten.
Effekte in Web Image Studio

Also habe ich mein nicht optimal fotografiertes Test-Rinderfoto ins Programm geladen und mit Filtern bombardiert. Und da zeigte sich schon, dass mein Webdesign-Computer dafür offenbar zu schwach ist, denn das Programm beanspruchte die CPU bei meinen Bearbeitungsversuchen immer so zwischen 50 und 80 Prozent, selbst dann noch, als ich die Größe des Bildes auf 800 Pixel mal 600 Pixel verkleinert hatte. Weil natürlich noch andere Programme liefen, zum Beispiel der Webbrowser, war die CPU teilweise bis zu 100 Prozent ausgelastet. Ich habe in diesem Computer einen Pentium-IV-Einkernprozessor mit Hyper Threading und 3 GHz Taktrate; an Arbeitsspeicher sind 2 GiB verbaut. Eine alte Gurke also, aber die reichte bisher für alle Grafikprogramme völlig aus, die ich so benutze. Ich hätte noch mit einem meiner besseren Computer testen können, aber wozu, ich will das Programm ja an ebendiesem PC benutzen.

Mit PNG-Grafiken, die wenige Farben und einfache Formen haben, kommt Web Image Studio etwas besser zurecht als mit JPG-Fotos. Logos und Buttons lassen sich also ganz gut bearbeiten. Damit wirbt der Hersteller auch: nämlich, dass man Webgrafiken an seine Bedürfnisse anpassen kann. Tatsächlich lässt sich recht leicht die Farbgebung verändern, ein Schatten um einen Schriftzug legen oder ein plastischer 3D-Effekt für eine Schaltfläche erzeugen.
Effekte in Web Image Studio

Doch was fehlt, sind Ebenen, die eigentlich jede bessere Grafikanwendung bietet. Ich habe es auch nicht geschafft, eine Vektorform automatisch auf der Bildfläche zentrieren zu lassen. Überhaupt ist das Programm nicht gerade intuitiv bedienbar. Manchmal klappen angebotene Bearbeitungsoptionen nicht; man sieht nie einen Fortschrittsbalken, wenn das Programm mal etwas länger braucht, um eine Bearbeitung durchzuführen; und der Image Editor, eine Art Werkzeugleiste, lässt sich nirgendwo andocken, sondern schwebt frei im Raum, selbst dann noch, wenn eine andere Anwendung im Vordergrund ist. So etwas ist natürlich nervig.

Mein Fazit: Webgrafiken und Fotos lieber mit den bisher gewohnten Programmen bearbeiten. Die Anschaffung von CoffeeCup Web Image Studio lohnt sich nicht, schon gar nicht für einen Preis von $ 39.

Kostenlos: Microsoft Expression Design 4

Expression Design ist, wie der Hersteller schreibt, ein Werkzeug für kreative Profis und Entwickler, die Grafiken für Anwendungsoberflächen, das Web oder jedes andere Medium erstellen möchten. Die Software wurde in dieser Version im Jahr 2012 auf den Markt gebracht und ist seit einiger Zeit kostenlos erhältlich. Der Dateiname beinhaltet noch immer den Vermerk »trial«, aber Einschränkungen im Funktionsumfang oder eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht, und so wie ich erkennen kann, darf man es auch im geschäftlichen Bereich einsetzen. Natürlich hat man keinen Anspruch auf Hilfe und Support. Erhältlich ist es für das Windows-Betriebssystem ab XP. Die Hardware-Anforderungen sind moderat, denn die Software soll auf Computern laufen mit 1-GHz-CPU und 1 GiB RAM.

Aber was kann das Programm? Expression Design ist ein Vektorgrafikprogramm. Es verfügt über die in solchen Programmen üblichen Werkzeuge: geometrische Formen (Rechteck, Ellipse, Polygon und Linie), Zeichenstift (Bézierkurve, Polylinie und B-Spline), Freihandpinsel, Text, Füllwerkzeug, Schere, Pipette. Leider werden keine komplizierteren Formen angeboten, etwa Spirale, Stern, Wolke, … Und beim Erstellen eines Polygons wird, so weit ich erkennen kann, auch nicht gefragt, wie viele Ecken es bekommen soll, es wird immer ein Dreieck vorgegeben. Zwar kann man hinterher mit dem Zeichenwerkzeug Vektorpunkte hinzufügen, aber das finde ich im Vergleich zu anderen Vektorgrafikprogrammen doch recht umständlich.

Dennoch kommt man, zumindest wenn es um weniger aufwändige Gestaltungen geht, recht schnell ans Ziel. Die Software bietet Ebenen an, und darüber hinaus lassen sich Objekte, die sich überschneiden, auch bei Mausklick per Kontextmenü in den Vorder- oder Hintergrund verschieben. Beides sind natürlich Grundfunktionen, die ich aber trotzdem nicht unerwähnt lassen wollte. Natürlich lassen sich auch Fotos und sonstige Bitmapgrafiken importieren und in gewissem Umfang bearbeiten oder mit Filtern versehen.

Winddrachen

Die Import- und Export-Möglichkeiten sind gut. Es lassen sich alle üblichen Pixel-Bilddateien wie auch Dateien im Postscript-Format öffnen, und außerdem werden Photoshop- und Illustrator-Dateien importiert. Als Exportformat werden alle wichtigen Pixel-Grafikformate angeboten (BMP, JPG, PNG, TIF etc.), als Vektorgrafik-Formate fürs Web SVG und XAML. Als Vektorformat für den Druck findet man PDF vor, doch leider gibt es keine Ein­stellungs­möglich­keiten. Weder lässt sich ein Farbprofil einbinden, noch kann man angeben, ob in RGB oder CMYK abgespeichert werden soll, geschweige denn, in welcher PDF-Version. Druckereien verlangen in aller Regel PDF/X-3 oder PDF/X-1a. Immerhin wandelt das Programm Fonts in Kurven um.

Dass Micorosoft dieses Expression Design 4 als »Werkzeug für kreative Profis und Entwickler« anpreist, finde ich ein wenig übertrieben. Zwar ist die Software durchaus brauchbar und hat eine schöne Benutzeroberfläche, aber einige Arbeitsschritte sind etwas umständlich und so manche Profifunktion fehlt eben doch.

Image Studio Pro zum Komprimieren von JPG-Fotos

Bei Terrashop.de gab es mal die Software Image Studio Pro des Herstellers Proxma für nur 3,99 Euro plus Versandkosten. Dort ist sie nicht mehr erhältlich, aber man kann sie gelegentlich auch bei Amazon.de für einen kleinen Preis finden. Das Programm läuft auf Windows ab Version XP. Hat man es installiert, nennt es sich allerdings, entgegen dem Aufdruck auf der Verpackung, Image Compressor 6.

Und dieser Name beschreibt eher die Stärke des Programms, nämlich Bilder fürs Web zu komprimieren, um Ladezeiten möglichst gering zu halten. Man muss allerdings die höchste Kompressionsstufe einstellen, um nennenswerte Verkleinerungen der Dateigröße zu erreichen. Bei normaler Kompression kann es passieren, dass die Datei gleich groß wie vorher bleibt oder sogar größer wird. Die Qualität des Bildes ist bei der höchsten Kompressionsstufe fürs Web immer noch erstaunlich gut. Andere Grafikprogramme würden zum Beispiel bei einer Verkleinerung der Dateigröße um 80 % schon deutliche Artefakte erkennen lassen. Leider lassen sich mit Image Studio Pro aber nur JPG-Dateien komprimieren, keine PNG-Dateien, die im Web auch sehr verbreitet sind.

Image Studio Pro bietet auch Retuschefunktionen an. Diese sind, wenn man gutwillig ist, gerade mal so «Na ja«. Der Automatische Weißabgleich korrigierte in meinem Testbild nicht den starken grünen Farbstich, sondern hellte die zu dunklen Bildbereiche auf. Die Automatische Tonwertanpassung machte eigentlich gar nichts, und die Automatische Histo­gramm­abglei­chung (eigentlich ist das die Tonwertanpassung) hellte das Bild insgesamt zu stark auf, also auch die sowieso schon recht hellen Bereiche. Einen Weißpunkt scheint das Programm also gar nicht gesetzt zu haben. Einstellungsmöglichkeiten von Hand hat man gar nicht, etwa wie in Photoshop. Der Rundumschlag Bild verbessern bringt bei manchen Fotos gute Ergebnisse, bei anderen schlechte.

Kurz gesagt: Zur Retuschierung von Fotos würde ich eine andere Software benutzen, aber wenn es darum geht, JPG-Fotos fürs Web zu komprimieren, spielt Image Studio Pro seine Stärke aus, doch nur, wie gesagt, wenn man auch die höchstmögliche Kompressionsstufe einstellt.

testbild-isp-original.jpg
Testbild (Ausschnitt) im Original – 74,8 KB

testbild-isp-irfanview.jpg
Testbild (Ausschnitt), komprimiert mit IrfanView bei 95-prozentiger Kompression – 68,2 KB

testbild-isp-imagestudiopro.jpg
Testbild (Ausschnitt), komprimiert mit Image Compressor 6 Pro Edition bei höchster Kompressionsstufe – 58,1 KB

Artweaver 3.1

Mit Artweaver bzw. Artweaver Plus bekommt man ein Bildbearbeitungsprogramm, das sich stark an Photoshop anlehnt – die Werkzeuge sind fast gleich. Die Plus-Version kostet 29 Euro und hat einen größeren Funktionsumfang als die Freeware-Version.

Ich teste das Programm gerade in der momentan aktuellen Version 3.1. Ich arbeite schon lange mit verschiedenen Bild­be­ar­bei­tungs-Pro­gram­men und möchte nun herausfinden, ob ich Artweaver noch zu meinen Favoriten hinzuzählen soll. Nun, die Ausstattung ist gut, man findet alle Werkzeuge, die man zur Retusche braucht. Die Software will aber noch mehr: nämlich ermöglichen, »mit Hilfe einer großen Auswahl von Malwerkzeugen kreativ zu malen«. Und dafür stehen eine Menge verschiedener Malutensilien zur Verfügung, vom Textmarker bis zum Haarpinsel mit verschiedenen Borstenarten.

Das alles macht einen guten Eindruck. Für mich persönlich stellt sich nur die Frage, wie oft ich wohl am Computer ein Bild wie mit einem Pinsel malen werde. Und für die Nachbearbeitung von Fotos habe ich bereits mehrere Programme. 29 Euro sind allerdings ein super Preis. Wer also eine leistungs­fähige Bild­ver­ar­bei­tungs-Software ähnlich wie Photoshop sucht, sollte hier zuschlagen.

www.artweaver.de

Artweaver

GIMP 2.7.3 (Entwicklerversion)

Gimp.org gab am 22. August 2011 bekannt, dass fleißig auf die Version 2.8 des Bildbearbeitungsprogramms »GIMP« hin gearbeitet wird. Es gibt seit kurzem eine neue Entwicklerversion, nämlich GIMP 2.7.3. Sie ist jedoch nicht als kompilierte Version erhältlich, sondern nur als Quellcode zum selber Kompilieren. Einen Windows-Installer gibt es nur für die stabile Version 2.6.11, und natürlich werden auch Pakete für diverse Linux-Distributionen angeboten

Die auffälligste Neuerung in 2.7.3 soll ein voll funktionstüchtiger Einzelfenster-Modus sein. Bisher hatte man ja immer (wenigstens) drei schwebende Fenster, was zumindest für Windows-Benutzer äußerst gewöhnungsbedürftig ist. Es gibt zwar das unabhängige Projekt »GIMPshop«, das diese diversen Fenster kombiniert, aber ich fand dann das originale GIMP doch besser, weil fehlerfreier.

Ferner bietet 2.7.3 eine Verwaltung der Arbeitssitzungen, viele Bugfixes und noch dies und das, was Interessierte aber lieber selbst in den Release Notes nachlesen können. Entwicklerversionen sind selbstverständlich nicht für den Produktiveinsatz geeignet, und so darf man gespannt auf eine hoffentlich bald erscheinende stabile Version 2.8 sein.

http://www.gimp.org/
http://www.gimp.org/release-notes/gimp-2.7.html
http://www.gimpshop.com/


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