Inspire Writer: Markdown-Editor für ablenkungsfreies Schreiben

Inspire ist ein Texteditor fürs Windows-Betriebssystem, der ein ablenkungsfreies, konzentriertes Schreiben in der unkomplizierten Markdown-Syntax ermöglicht. Die Oberfläche von Inspire lässt sich gut auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Die Anwendung speichert permanent, während man schreibt, wodurch ein Datenverlust durch vergessenes Sichern vermieden werden soll.

Inhalt

Vorteile

Ablenkungsfreies Schreiben

Dadurch, dass sich die Seitenleisten ausblenden lassen oder ein Vollbildmodus mit der Taste F11 eingeschaltet werden kann, ist ein ablenkungsfreies Schreiben ohne störende Bedienelemente gegeben. Lediglich links oben und links unten befinden sich ein paar wichtige Symbole, die ich aber kaum als störend empfinde (oben: Navigation, Statistik, Schreibziel und Exportieren; unten: Markup, Vollbildmodus, Bibliothek/Nur Editor).
Schaltet man den Vollbildmodus ein, verschwinden die Seitenleisten automatisch. Der Vollbildmodus lässt sich natürlich mit F11 auch wieder abschalten.

Automatische Speicherung

Das Geschriebene wird automatisch permanent während des Schreibens gespeichert. Zusätzlich werden – falls gewünscht – regelmäßige Sicherungen erstellt und im Ordner InspireBackup gespeichert, dessen Ort man frei angeben kann; aus diesen Sicherungen kann man einen vorherigen Zustand wiederherstellen.

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Benutzeroberfläche

Heller und dunkler Modus

Voreingestellt ist ein heller Modus mit einem Hintergrund in einem sehr hellen, fast weißen Grau (RGB 251, 251, 251) und einer Schriftfarbe in einem mittleren Grau (RGB 101, 101, 101).
Der dunkle Modus, der sich besonders für die Abendstunden eignet, hat als Hintergrundfarbe ein dunkles, leicht bläuliches Grau (RGB 40,45,50) und als Schriftfarbe ein sehr helles, ebenfalls leicht bläuliches Grau (RGB 202,206,210). Leider kann man die Farbgebung nicht anpassen, jedenfalls habe ich keine Möglichkeit dazu gefunden.

Inspire: Heller und dunkler Modus

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Seitenleisten

Es gibt zwei Seitenleisten am linken Rand, die ein- oder ausgeblendet werden können, und zwar über den Menüpunkt Ansicht oder die Tastenkombinationen Strg + 1, Strg + 2 und Strg + 3.
Die erste Seitenleiste nennt sich Bibliothek. Sie zeigt die Bereiche Bibliothek, Auf meinem Computer und Externe Ordner. In den letzteren Bereich kann man Ordner eintragen, aus denen man zukünftig Dateien in den Editor laden möchte.
Die zweite Seitenleite heißt Blätter. Sie listet die Dokumente auf, reißt die Texte kurz an und kann auch das Dateidatum und eine Vorschau der Bilder anzeigen, falls welche in den Dokumenten enthalten sind.

Inspire: Seitenleisten

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Sprache

Die Benutzeroberfläche von Inspire lässt sich auf verschiedene Sprachen einstellen (Ansicht > Sprache). Neben Englisch und Deutsch gibt es noch eine Reihe weiterer Sprachen.

Inspire: Sprachen

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Zeilennummern

Zeilennummern lassen sich ein- und ausschalten (Ansicht > Zeilennummern anzeigen). Sie werden am rechten Editor-Rand angezeigt. Für literarische Texte sind sie eher nicht zu gebrauchen, dafür umso mehr für Programmcode oder Ähnliches.

Inspire: Zeilennummern

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Bedienung

Dateien importieren

Das Öffnen einer bestehenden Markdown-Datei ist über das Standard-Menü oben möglich. Es gibt einen Menüpunkt unter Datei namens Importieren, und wenn man darauf klickt, öffnet sich ein Datei-Browser, aus dem man die gewünschte Markdown- oder Textdatei auswählen kann. Sie wird dann in der ganz linken Seitenleiste im Ordner Eingang angezeigt. Von nun an ist sie von hier aus direkt aufrufbar, der Inhalt wird also im Editor-Bereich angezeigt.
Wichtig zu wissen ist, dass der Text in einer Datenbank gespeichert wird, und zwar – im Fall einer Standardinstallation – in C:Users\[Benutzer]\Documents\Inspire\inspire.db. Die Originaldatei wird nicht mit dem geänderten Text synchronisiert! Man sollte von dieser Datenbank-Datei also hin und wieder eine Sicherung anfertigen, noch zumal auch die Programmeinstellungen darin gespeichert werden.

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Externe Ordner

Man kann auch einen oder mehrere Ordner in der Seitenleiste angeben, indem man Datei > Externen Ordner hinzufügen anklickt. Die enthaltenen Dateien werden in der inneren der beiden Seitenleisten angezeigt. Ruft man eine der Dateien (Textdatei oder Markdown-Datei) aus dem Ordner auf, wird deren Inhalt in den Editor geladen.
Änderungen werden – im Gegensatz zu einem importierten Dokument – nicht in der Datenbank gespeichert, sondern in der Datei. Auch das geschieht automatisch durch das Programm selbst, und zwar nach meinen Erfahrungen sehr zuverlässig. Dennoch will ich mir nicht abgewöhnen, meine Änderungen spätestens vor dem Schließen des Programms zu speichern.

Inspire: Externe Ordner

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Dateien exportieren

Ebenfalls über das Datei-Menü oder auch per Tastenkombination Strg+6 ist ein Export in verschiedene Dateiformate möglich, darunter Plain Text, Rich Text, Markdown, HTML, Word, PDF. Auch ins Bildformat PNG kann exportiert werden.

Inspire: Exportieren

Und zu guter Letzt werden bekannte Blogplattformen unterstützt, nämlich WordPress, Medium und Ghost – man muss seine Login-Daten einmalig eintippen, damit Inspire die Verbindung zur Blogplattform herstellen kann. Ich habe das mit WordPress.com ausprobiert, und es klappt wunderbar. Nur leider geht es nicht mit einem selbst gehosteten WordPress.

Inspire: Exportieren, Formate

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Einblendbare Informationen

Mit Strg + 7, Strg + 8 und Strg + 9 lassen sich folgende Informationen in einem kleinen Fenster einblenden:

  • eine Statistik der geschriebenen Wörter, Zeichen und so weiter,
  • eine Navigation innerhalb des aktuellen Dokumentes
  • und eine Auflistung der wichtigsten Textauszeichnungen.

Inspire: Statistik
Inspire: Navigation
Inspire: Textauszeichnungen

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Rechtschreibprüfung

Es ist eine Rechtschreibprüfung integriert, in die sich auch bislang unbekannte Wörter eintragen lassen. Diese Rechtschreibprüfung kann man so einstellen, dass sie während des Schreibens mitläuft. Man kann sie aber auch das gesamte Dokument prüfen lassen, indem man die Taste F7 drückt.
Es stehen knapp zwei Dutzend Wörterbücher in verschiedenen europäischen und nicht-europäischen Sprachen zur Verfügung.

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Sicherungen

Inspire speichert Sicherungsdateien auf dem lokalen Computer, wenn man dies wünscht. Einstellen lässt sich das unter Datei > Einstellungen > Backup. Man gibt einen Ordner ein, wo Inspire die Sicherungen speichern soll, und Inspire legt darin einen Unterordner namens InspireBackup an.
Inspire behält automatisch mehrere Backupversionen:

  • Stündliche Sicherungen der letzten 12 Stunden
  • Tägliche Backups der letzten 7 Tage, an denen man mit Aspire gearbeitet hat
  • Wöchentliche Backups der letzten 6 Monate

Inspire: Einstellungen, Backup

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Synchronisation

Wenn man die Dokumente, an denen man mit Inspire arbeitet, mit einem oder mehreren anderen Computern synchronisieren möchte, so lässt sich das sehr leicht einrichten: Man gibt ein Netzlaufwerk auf den lokalen Computern an, die synchronisiert werden sollen – zum Beispiel richtet man eine Verbindung ein mit einem WebDAV-Server des Internet-Service-Providers, bei dem man Kunde ist; freilich sind auch Cloud-Dienste wie Dropbox, Google Drive, OneDrive oder andere möglich.

Inspire: Einstellungen, Cloud-Sync
Inspire: WebDAV

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Vereinfachte Tipparbeit

In anderen Markdown-Editoren ist es üblich, dass man für einen Zeilenumbruch (ohne anschließende Leerzeile) zwei Leerzeichen am Zeilenende eingeben muss, und das empfinde ich immer als sehr lästig. Bei Inspire kann man sich diese Tipparbeit sparen, denn der Umbruch in Form der beiden Leerzeichen wird automatisch in der Datei gespeichert.

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Hyperlinks lassen sich nicht direkt im Textbereich durch die übliche Kombination der Steuerungstaste und der linken Maustaste extern im Standard-Webbrowser öffnen. Doch klickt man doppelt auf die als Link markierte Textpassage, öffnet sich ein kleines Fenster, in welchem der Verweis sichtbar ist. Daneben ist ein blaues Verknüpfungs-Symbol (zwei verschlungene Kettenglieder), und wenn man darauf klickt, öffnet sich die entsprechende Webseite im Standard-Browser.

Inspire: Hyperlinks

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Vorschau

Die Vorschau (Strg + R) zeigt den Text leider völlig unformatiert in einem kleinen Fenster. Hier wäre zum Beispiel eine Ansicht in HTML wünschenswert.

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Ziel

Wenn ein Dokument eine bestimmte Anzahl an Wörtern enthalten soll, kann man sich ein entsprechendes Ziel setzen (Ansicht > Ziel oder F5). Der Fortschritt wird dann in der Blätter-Seitenleiste als kleine Grafik angezeigt.

Inspire: Ziel, Fortschritt

So eine Zielsetzung ist aber nur möglich bei »internen« Dokumenten, also solchen, die in der Bibliothek-Seitenleiste unter Auf meinem Computer > Eingang vorhanden sind; mit Dokumenten in »externen« Ordnern geht das nicht.

Inspire: Ziel

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Preis/Testversion

Inspire kostet als lebenslange Einzelbenutzer-Lizenz einmalig 33,25 € inkl. Mehrwertsteuer (Stand: Mai 2024). Bezahlen kann man per PayPal oder Kreditkarte.
Zum Kennenlernen und Ausprobieren wird eine 10-tägige kostenlose Testversion auf der Homepage angeboten.
Leider ist das Programm nur für das Windows-Betriebssystem erhältlich.

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Fazit

Mit Inspire zu schreiben, macht einfach Spaß. Dieser Markdown-Editor lässt sich vielfältig konfigurieren und auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Auf den Schutz vor Datenverlust haben die Entwickler großen Wert gelegt und diverse automatische Datensicherungen eingebaut.
Ich habe mich in diesem Artikel darauf beschränkt, einen Überblick zu geben, sodass man sich ein Bild von Inspire machen kann. Jedes Detail genau zu erklären, hätte den Rahmen gesprengt. Der Hersteller bietet eine Wissensdatenbank und einen Bereich mit häufig gestellten Fragen (FAQ) an, wo man sich weitere Informationen einholen kann.

Website des Herstellers: https://www.inspire-writer.com/

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Torsten Kelsch