Antergos: Probleme mit Abhängigkeit von Twisted

Es ist jetzt schon etliche Wochen her, dass sich irgendein Update unter Antergos, einem Arch-Derivat, nicht einspielen ließ. Leider habe ich mir die Details nicht notiert. Jedenfalls spielte die Abhängigkeit von einem in Python programmierten Netzwerk-Framework namens Twisted dabei die entscheidende Rolle.

Nach langer Suche fand ich heraus, dass es wohl so ist, dass sich das Arch-Paket, welches dieses Framework bereitstellt, ursprünglich auf Python 2 bezog und twisted hieß, nach Erscheinen von Python 3 aber umbenannt wurde in python2-twisted. In Software-Paketen, die dieses Framework in der alten Python-2-Version einbinden, sollte es also umbenannt werden – hat der Paket-Ersteller das versäumt, kommt es eben zu Problemen wie in meinem Fall.

Bei der Installation des Software-Updates, an das ich mich eben nicht mehr erinnern kann, musste ich das PKGBUILD editieren, indem twisted in python-twisted zu ändern war. Danach klappte die Aktualisierung.

Stapelverarbeitung von Bildern unter GNU/Linux

Um zum Beispiel Galerien auf Webseiten einzurichten, benötige ich ab und zu kleine Vorschaubildchen, die im Englischen als thumbnails oder kurz thumbs bezeichnet werden. Als ich noch unter Windows gearbeitet habe, habe ich für so etwas immer IrfanView verwendet (eine kommerzielle Lizenz kostet gerade einmal zehn Euro). Diese Software soll laut dem Anbieter Irfan Skiljan mit Hilfe von Wine auch unter GNU/Linux laufen – allerdings verwende ich, wo immer möglich, lieber native Linux-Anwendungen. Und so stieß ich kürzlich bei einer Suche nach einem Stapelverarbeitungsprogramm für Fotos auf einen Artikel bei BITblokes, in dem das Programm Phatch vorgestellt wird.

Phatch ist in Python programmiert und somit plattformunabhängig, und es gibt Installationspakete für verschiedene GNU/Linux-Distributionen. Auch unter Windows und Mac kann man die Software benutzen, vorausgesetzt, Python ist installiert.

Schon nach kurzer Einarbeitung kam ich gut mit dem Programm zurecht. Ich habe bisher nur Größenänderungen durchgeführt, aber noch nichts von den sonstigen Möglichkeiten der Bildmanipulation ausprobiert, wie zum Beispiel Filter, Metadaten oder Farben. So kann ich bislang nur sagen: Zumindest, wenn es um die Größenänderung mehrerer Fotos in einem Rutsch geht, ist Phatch (= PHoto & bATCH) gut geeignet, nachdem man verstanden hat, wie die Einstellungen vorzunehmen sind. Die Dokumentation war mir da recht hilfreich.

Phatch (PHoto bATCH)

Antergos: Ungültige GPG-Signaturen

In einem anderen Blogartikel hatte ich kurz beschrieben, dass ich ab und zu Probleme habe, Anwendungen unter Antergos zu aktualisieren. Die dort vorgestellte Lösung brachte aber bei einem erneuten Upgrade-Problem nichts.

Doch andere Leute haben solche Probleme offensichtlich ebenfalls. Und heute fand ich eine für mich wirksame Lösung im Antergos-Forum. Demzufolge muss man die Schlüssel zunächst komplett löschen und dann neu abrufen. Das tat ich, und danach konnte ich endlich alle bisher fehlgeschlagenen Aktualisierungen installieren. Danke an den Forumsmoderator joekamprad für das Veröffentlichen dieses Lösungswegs!

$ sudo rm -fr /etc/pacman.d/gnupg
$ sudo pacman-key --init
$ sudo pacman-key --populate archlinux antergos

Thunderbird oder Evolution?

Vor einiger Zeit hatte ich Probleme mit dem E-Mail-Client Thunderbird: Das Kalendermodul Lightning wurde bei einem Thudnerbird-Update nicht aktualisiert, sondern deaktiviert, wie ich in einem Blogartikel beschrieb, und ferner klappten die Vorschläge beim Eintippen einer Empfängeradresse nicht, was wiederum an einer nicht kompatiblen Erweiterung lag, wie ich in einem weiteren Artikel beschrieb.

Weil ich diese Probleme nicht sofort lösen konnte, aber ein E-Mail-Programm für die tägliche Arbeit dringend benötige, stieg ich für einige Zeit auf Evolution um. Dieses Programm ist standardmäßig installiert auf GNU/Linux-Systemen mit Distributionen, die die Desktop-Umgebung GNOME verwenden. Inzwischen benutze ich längst wieder Thunderbird, da die Probleme gelöst sind, ich es viele Jahre lang verwendet hatte und eigentlich doch nicht missen wollte. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Doch ich muss sagen, mir gefallen beide E-Mail-Clients, also sowohl Evolution als auch Thunderbird, sehr gut. Ich fand einen englischen Artikel aus 2015, der beide Programme miteinander vergleicht und den ich hier ins Deutsche übersetzen möchte. Der Autor entscheidet sich, anders als ich, letztendlich für Evolution. Meiner Ansicht nach hat Evolution hauptsächlich dann Vorteile, wenn man es in in einer gemischten Umgebung einsetzt – wenn es also darum geht, sowohl von einem Windows-Computer aus mit Outlook als auch von einem Computer mit einem anderen E-Mail-Client auf IMAP-Ordner zugreifen zu wollen oder Nachrichten zwischen verschiedenen Systemen oder Online-Konten abgleichen zu müssen. Für mich selbst spielen diese Dinge allerdings keine Rolle.

Es folgt der von mir übersetzte Text des Artikels Evolution vs Thunderbird:

Warum Evolution benutzen statt Thunderbird und seine Lightning-Kalender-Erweiterung?

Ich benutzte Thunderbird als meinen einzigen Mail- und Kalender-Client fast achtzehn Monate, bis er eines Tages aufhörte, E-Mails zu empfangen. Der Thunderbird/Mozilla-IRC-Kanal konnte mir keine Reparaturlösung anbieten, sodass ich mich entschied, Evolution stattdessen auszuprobieren, und so lernte ich, dass Evolution diverse Vorteile gegenüber Thunderbird hat:

  1. Man benötigt mindestens zwei Erweiterungen für Thunderbird, um eine Exchange-Kalender-Unterstützung zu ermöglichen. Ich hatte nie das Problem mit Lightning, dass es nach einer Aktualisierung nicht mehr funktionierte, aber jedes Mal, wenn man Thunderbird aktualisiert, riskiert man den Verlust der Kalenderfunktion, falls die Erweiterungen nicht mit der neuen Version klappen. Evolution enthält ein (optionales) Exchange-Web-Services-Modul als Standard für diejenigen, die es mit Exchange verwenden wollen.
  2. Evolution hat eine bessere Unterstützung für IMAP als Thunderbird. Dies ist äußerst bedeutend in der Hinsicht, dass Evolution Nachrichtenordner unterstützt, die unter Outlook erstellt worden sind. Solche Ordner sind unsichtbar für den Benutzer unter Thunderbird. Evolution markiert außerdem Nachrichten mit hoher Priorität, im Gegensatz zu Thunderbird.
  3. Bei der Durchführung einer Neuinstallation erinnert sich Evolution, welche E-Mails bereits gelesen worden sind, selbst wenn sie mit anderen Clients gelesen wurden. Thunderbird klassifiziert alle Nachrichten als ungelesen, wenn es eine Mailbox zum ersten Mal überprüft, und es erinnert sich lediglich, welche Nachrichten auf einer lokalen Basis gelesen worden sind.
  4. Evolution hat eine automatische Antwort-Funktion aus Office heraus einen automatischen Abwesenheits-Assistenten, während man unter Thunderbird umsortieren muss, um Outlook so verwenden zu können, dass diese Funktion unterstützt wird. auf Outlook zurückgreifen muss, um diese Funktion zur Verfügung zu haben.
  5. Evolution ist leichter zu installieren als Thunderbird.
  6. Evolution hat eine einfacher zu benutzende, modernere Oberfläche.

Ich habe heute um Erlaubnis des Autors mit dem Pseudonym danboid gebeten, und ich warte natürlich noch auf eine Antwort, gehe aber von seinem Einverständnis aus.

My Personal Kanban

Einen sehr einfachen Aufgaben-Manager nach der Kanban-Methode hat Greg Gigon aus London programmiert. Diese Software nennt sich My Personal Kanban, ist sehr schlank und läuft im Webbrowser. Herunterladen kann man die Software von Github.

Dieses Kanban-Board bietet nur wenige Funktionen und ist nur für Einzelbenutzer geeignet, benötigt dafür aber auch keine Installation auf einem Webserver, verzichtet auf eine Datenbank und dürfte auf jedem lokalen Computer laufen. Man kann mehrere Boards erstellen und dort jeweils beliebig viele Spalten anlegen, zum Beispiel Ideen, Geplant, In Arbeit, Erledigt. In diesen Spalten lassen sich Aufgaben »anpinnen«. Diese »Zettel« können verschieden eingefärbt werden, um Zusammengehörigkeiten oder auch Wichtigkeiten visuell leicht erfassen zu können. Per Ziehen und Ablegen lassen sich die Zettel von Spalte zu Spalte verschieben, je nach Bearbeitungsstatus. Man sieht zwar immer nur die Titelleiste der Zettel, doch es lassen sich Beschreibungen eingeben, die man durch Klick auf den Titel sichtbar machen kann.

My Personal Kanban
(Aufs Bild klicken zum Vergrößern)

Und wer möchte, kann auch die Google-Cloud benutzen, um seine Kanban-Boards zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren oder von unterwegs erreichbar zu machen. Dazu muss man sich vom Anbieter der Software einen Schlüssel besorgen, damit alles verschlüsselt werden kann. Daten werden nach Angaben des Anbieters auf keinem Server gespeichert, nur die E-Mail-Adressen der Schlüssel-Antragsteller. Diese Cloud-Funktionalität habe ich allerdings nicht ausprobiert.

Wer einen ähnlichen, aber wesentlich umfangreicheren und leistungsfähigeren Aufgaben-Manager mit Projektplanungs-Eigenschaften und Mehrbenutzerfähigkeit sucht, sollte sich einmal Kanboard anschauen. Dieses Programm muss allerdings auf einem Webserver, etwa dem Apache-HTTP-Server, installiert werden und benötigt PHP und eine Datenbank.

Microsoft Surface Laptop, das Einweggerät

Der Laptop Surface von Microsoft lässt sich nicht reparieren oder aufrüsten, ohne ihn dabei kaputt zu machen – so ist es in einem Artikel auf ComputerBase zu lesen, der sich auf einen Bericht von iFixit bezieht.

Herzlichen Glückwunsch. – In vielen Städten werden Reparaturcafés eröffnet, um generell Zeichen zu setzen gegen die Wegwerfmentalität und um Rohstoffe zu sparen, und Microsoft produziert ein Gerät, das man wohl wegschmeißen kann, wenn denn mal ein Bauteil kaputt geht, und steht damit Apple in nichts nach. Na, Hauptsache, die Dinger sehen chic aus und werden gut verkauft.

Dateisystem ext4: Angeblich kein Speicherplatz mehr

Heute wollte sich nichts mehr speichern lassen, obwohl auf dem SSD-Laufwerk bzw. in der /home-Partition noch reichlich Platz frei ist. Und, wie ich in einem anderen Beitrag schon einmal beschrieben hatte, lag es auch diesmal wieder an den vom Dateisystem ext4 verwendeten Inodes, die gewisse Informationen über Dateien speichern. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Inodes ist zwar sehr hoch, aber doch begrenzt; und hat man sehr viele kleine temporäre, Cache- und Log-Dateien, dann kann es passieren, dass irgendwann keine Inodes mehr frei sind und somit keine Daten mehr gespeichert werden können. Also löscht man überflüssige Dateien.

Ich habe mich im Terminal als Superuser eingeloggt und das angehäufte Gezumpel gelöscht (im Verzeichnis /tmp befanden sich versteckte Ordner, daher der Punkt vor dem Sternchen):

rm -rv /tmp/.*
rm -rv /var/log/*

Mit dem Befehl rm muss man natürlich sehr vorsichtig umgehen. Setzt man die Pfade nicht richtig, kann es passieren, dass wichtige Dateien und Verzeichnisse auf Nimmerwiedersehen gelöscht werden – nur mit Aufwand könnte man sie unter günstigen Umständen wiederherstellen.

Word ist kein HTML-Editor

Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich bin tatsächlich schon mal auf eine Website gestoßen, die mit Microsoft Word gebastelt worden war. Im Quelltext konnte man das in den Meta-Angaben erkennen. Und der Quellcode sah furchtbar aus: mit unsinnigen Angaben vollgepackt, unübersichtlich, einfach hässlich. Nun, eine Textverarbeitungs-Software, egal von welchem Hersteller, ist kein HTML-Editor, und so wird in aller Regel auch ein entsprechend schlimmer Quellcode erzeugt – vermutlich auch heute noch. Ein aktueller LibreOffice Writer allerdings kriegt sauberen HTML-Code hin, vorausgesetzt man erstellt ein HTML-Dokument.

LibreOffice Writer: HTML-Dokument

Der HTML-Datei, die man nach dem Speichern erhält, fehlen jedoch noch die CSS-Anweisungen für das Aussehen. Darüber hinaus verfügt das Programm über keine Syntaxhervorhebung, geschweige denn Codefaltung, Codevervollständigung oder sonstige Hilfen, die der Übersichtlichkeit dienen. Und eine komplette Website so erstellen zu wollen, wäre schon selbstquälerisch – eine knappe Infoseite, etwa »Hier entsteht in Kürze eine wunderbare Website«, kann man natürlich auf diese Art machen.

Freilich gibt es spezielle Editoren für HTML, CSS und Web-Programmiersprachen. Und wer sich mit diesen Dingen gar nicht befassen möchte, sollte halt ein Content-Management-System einsetzen, sich in ein Baukastensystem einarbeiten oder einen Webdesigner beauftragen – und hoffen, dass der in Word oder Writer höchstens das Angebot schreibt.

Eigene Schnellwahl-Bilder in Vivaldi 1.10

Mein Lieblings-Webbrowser Vivaldi hat mit Version 1.10 endlich eine Möglichkeit eingebaut, die Favoriten in der Schnellwahl mit eigenen Vorschaubildern auszustatten. Bisher war es ja so, dass man mit den durch Vivaldi generierten Bildern Vorlieb nehmen musste. Meistens wurden zwar aus den verlinkten Websites ganz passende Vorschaukacheln generiert, aber bisweilen sahen sie auch ziemlich »daneben« aus. Nun kann man die hässlichen eben gegen hübschere eigene austauschen.

Eigene Schnellwahl-Bilder in Vivaldi 1.10

Kleiner Fehler in der deutschen Übersetzung: »Eigens Bild auswählen« statt »Eigenes Bild auswählen«.

Was es sonst noch für Neuerungen in Vivaldi 1.10 gibt, kann man auf BITblokes nachlesen.

Ruhe in Frieden, Apricity!

Apricity OS war eine schicke GNU/Linux-Distribution, die auf Arch Linux basierte. Sie konzentrierte sich auf die Generation der mobilen Web- und Cloud-Anwender. Erhältlich war sie in einer Gnome- und in einer Cinnamon-Version. Doch irgendwann gegen Ende 2016 wurde es ruhig um das Projekt, und als ich vor einigen Wochen schauen wollte, ob es eine neue Ausgabe gibt, stellte ich fest, dass die Website tot war. Nun las ich unlängst auf Chip.de, das Projekt sei aus Gründen der Zeitknappheit der Entwickler vor einiger Zeit eingestellt worden. Also wohl nicht allzu lange nach dem Erscheinen der zweiten stabilen Version »11.2016 Birch«.

Es ist aber auch irgendwie ein verrücktes Phänomen, dass ständig neue Distributionen erscheinen. Kritiker bemängeln, dies stifte nur Verwirrung und nütze niemandem. Ich kann diese Meinung verstehen. Zwar habe ich als neugieriger Mensch immer wieder gern Distributionen ausprobiert, die ich noch nicht kannte; doch von den knapp siebzig getesteten empfand ich letztlich nur fünfzehn als tauglich, darunter auch einige, die noch gut auf alter Hardware laufen. Und aus diesem Fundus haben sich am Ende ein paar Favoriten für mich herauskristallisiert, mit denen ich gut klar komme und bei denen ich bleiben werde.