Suchmaschinen-Optimierungs-Spam

Und wieder einmal habe ich Suchmaschinen-Optimierungs-Spam erhalten. Er wurde, wie schon bei den letzten Malen, an die E-Mail-Adressen mehrerer meiner Domains geschickt. Mal nennt sich der Versender Tobias Koch, mal Olaf Mayer und beim nächsten Mal vielleicht Lieschen Müller.

Angeboten wird eine einmalige Dienstleistung zum kleinen Preis, bei der angeblich der Quelltext der Website des Spam-Empfängers optimiert wird. Es wird die Versprechung gemacht, dass nach der Optimierung die Website in der Rangfolge der Suchergebnisse höher als die der Konkurrenz erscheint.

Ah so. Und innerhalb welcher Zeit? Und mit wie vielen Keywords? Und auf welcher Such­er­geb­nis­sei­te soll meine Website überhaupt platziert sein? Auf Seite 96 vor drei Konkurrenten, die erst auf Seite 782 erscheinen, oder was jetzt?

Na, ich unterstelle einmal, dass es sich hier um eine Briefkastenfirma handelt. Ein seriöses Unternehmen würde weder Spam verschicken noch seine SEO-Dienstleistungen, die lang­jährige Erfahrungen und ständige Wissens-Updates voraussetzen, für 200 Euro oder so was verscherbeln, wenn doch der Kunde dadurch vielleicht 20.000 Euro mehr Umsatz im Jahr macht.

Und vermutlich geht es dem Spam-Versender gar nicht wirklich um eine Suchmaschinen-Optimierung, sondern darum, weitere Daten zu erhalten. Die sich dann schön verkaufen lassen. Oder vielleicht will man ja Zugänge zu FTP-Servern erhalten? Sodass man dort wunderbar Affiliate-Links oder Schadcode einfügen kann?

Netter Versuch. Und ich hoffe, niemand fällt auf so etwas herein. Kaufen Sie lieber Viagra oder die Geschäftsanteile eines verstorbenen Afrikaners. 😉

Kontextbezogene Suchergebnisse

Google möchte den Suchenden ja möglichst passende Ergebnisse liefern, und deswegen wird die Suchmaschine ständig verbessert. In der Frühzeit war es so, dass jeder Suchende mit demselben Suchbegriff auch dieselben Ergebnisse erhielt. Dann kamen die personalisierten Suchergebnisse hinzu – Anfragen, Ergebnisse und Klickverhalten wurden per Cookie gespei­chert, solange man die Personalisierung anhand des Suchverlaufs nicht deaktivierte. Im Zusammenhang mit der personalisierten Suche stehen die lokalen Suchergebnisse. Es ist ja im Regelfall sinnvoll, dass ich als Remscheider vorwiegend Unternehmen aus Remscheid und Umgebung angezeigt bekomme anstatt vielleicht aus Hamburg oder München.

Aber in der Vergangenheit blieb die Frage offen, in welchem Zusammenhang Suchanfragen eingegeben werden. Das ändert sich. Google möchte sozusagen erkennen können, in welcher Situation eine Suchanfrage eingegeben wird. Es macht vermutlich einen Unterschied, ob die suchende Person gerade unterwegs ist und mit dem Smartphone in der Hand die nächste Bushaltestelle sucht, oder ob sie Verbindungsmöglichkeiten vorab zu Hause am Computer angezeigt bekommen möchte. Oder handelt es sich um ein Schulkind, das einen Aufsatz über den öffentlichen Personen-Nahverkehr schreiben muss? Neben dem Schlüssel­wort selbst spielt also der Kontext eine Rolle, damit die Suchergebnisse möglichst gut zu dem Vorhaben der suchenden Person passen.

Der Wunschtraum der Google-Leute ist es, dass Suchanfragen überhaupt nicht mehr nötig sind, sondern dass mir Ergebnisse quasi automatisch und zu meiner jeweiligen Situation passend angezeigt werden. Google Now für Mobilgeräte zeigt, wohin sich das alles entwickelt: »Sie erhalten Karten mit hilfreichen Informationen für Ihren Tagesablauf – und das sogar, bevor Sie danach suchen.« Demnach wird die Bedeutung der Keywords, die bisher für die Such­ma­schi­nen­opti­mie­rung eine so große Rolle gespielt haben, in den nächsten zwei bis drei Jahren abnehmen.

Es wird sich also in sehr naher Zukunft die gesamte SEO-Branche umstellen müssen. Suchmaschinen-Optimierer werden in der Lage sein müssen zu erahnen, zu erfühlen, für welche Menschen in welchen Situationen bestimmte Informationen wichtig und interessant sein könnten. Und es werden verschiedene, speziell zugeschnittene Landing-Pages für verschiedene Kategorien von Suchenden erstellt werden müssen. Ich denke, es wird noch mehr Erfahrung, Ex­peri­men­tier­freude und – ja, auch in gewisser Weise Intuition – vonnöten sein.

Und vielleicht wird sich noch mehr die Spreu vom Weizen trennen.

Quellen:
Personalisierung anhand des Suchverlaufs deaktivieren
Unverfälscht suchen – Google Suche ohne Personalisierung
Von Keywords hin zu Kontexten: Wie sich die Suche verändert
From Keywords to Contexts: the New Query Model
Google Now – Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit

SENSATION!!!

SENSATION!!!, so betitelt ein Möbelhaus in einer Lokalzeitungs-Anzeige die Eröffnung seiner neuen Schlafzimmerabteilung. Wohlgemerkt, in Großbuchstaben und mit drei Aus­ru­fungs­zei­chen. Wenn ein Einzelhandelsgeschäft sein Sortiment erweitert und seine Ausstellungsräume renoviert, finde ich das eigentlich nicht dermaßen sensationell, dass diese Tatsache in ty­po­gra­fi­scher Grausamkeit bekanntgegeben werden müsste. Aber nun gut.

Doch die marktschreierische Art geht noch weiter. Es wird mit den Wörtern und Formulierungen, die in einer seriösen Werbung eigentlich tabu sind, nur so um sich geworfen: unglaublich, rekordverdächtig, Sensationelles, an seine Grenzen gegangen, vollkommen neue, Abteilung der Superlative, enorme Auswahl, richtig viel Geld sparen, sensationellen, Riesen-Eröff­nungs­pro­gramm. Und schließlich, im Zusammenhang mit der Ersparnis, noch einmal viel, viel Geld.

PUH!!!, jetzt bin ich beim Lesen aber gewaltig an meine Grenzen gegangen und mir ist in Rekordzeit ganz enorm schwindelig geworden, sodass ich viel, viel Zeit brauchen werde, um wieder vollkommen runter zu kommen.

E-Mail-Adresse geändert

Leider wurde meine E-Mail-Adresse (info…) sozusagen geklaut und von Spammern missbraucht. Deswegen habe ich diese Adresse bei meinem Webhoster gänzlich gelöscht. Eine drastische Maßnahme, zugegeben, aber wohl die einzig wirksame, wenn mir mein guter Ruf lieb ist. Die neue Adresse lautet nun email(Klammeraffe)torstenkelsch.de.

BytePac: Aufbewahrungsbox und Festplattengehäuse

Die Firma CONVAR ist mir bis vor kurzem nur als Datenrettungs-Unternehmen bekannt gewesen. Inzwischen bieten sie aber auch Datensicherungs-Hardware an.

Und zwar ist ihr Produkt BytePac einerseits ein beschriftbares Aufbewahrungselement für externe Festplatten, gleichzeitig aber auch ein Gehäuse für externe Festplatten – und zwar aus stabilem Karton. Das ist neu. Bisher waren solche Gehäuse immer aus Metall oder Kunststoff. Diese Aktenordnern ähnelnden Schuber gibt es in verschiedenen Ausführungen, aber wer will, kann sie auch ganz individuell selber gestalten.

Man kann bei Bedarf gleich eine hochwertige externe Festplatte dazu kaufen und hat so ein komplettes Datensicherungs-System. Es lassen sich aber auch bereits vorhandene Festplatten verwenden – möglich ist der Anschluss von 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Platten. Auch für die Zukunft soll das System gerüstet sein, da nur das Anschluss-Modul des Kits ausgetauscht werden muss. So muss man nicht das ganze System wegschmeißen.

Dass es sich nicht um Billigschund handelt, zeigt die Tatsache, dass fünf Jahre Garantie auf alle elektronischen Komponenten gegeben werden.

Besonders erfreulich: »BytePac wird ausschließlich in Deutschland und unter Einbeziehung sozialer Einrichtungen produziert. Ein faires Produkt durch und durch.«

Wenn das alles so stimmt, und davon gehe ich aus, dann handelt es sich um ein vorbildliches Produkt. Daumen hoch!

www.bytepac.de

Vimeo On Demand

Es gibt ja nicht nur YouTube. YouTube ist Mainstream; man findet dort viel Interessantes – ich nutze die Plattform gern als Informationsquelle – aber man findet dort auch fast ebenso viel Müll, weltanschaulichen Quark, peinliche Albernheiten.

Vimeo dagegen sieht sich eher als Video-Plattform für Kreative.

Künstlerische Werke, seien es Gemälde, Erzählungen, musikalische Schöpfungen oder Videos, werden natürlich nicht mal eben so aus dem Ärmel geschüttelt. Sondern es steckt im Regelfall eine Menge Arbeit dahinter, und oft genug müssen auch beachtliche finanzielle Mittel aufgebracht werden.

Der Konsument sollte bereit sein, für solch ein Werk auch einen kleinen Geldbetrag zu entrichten, besonders wenn das Werk von der Künstlerin oder dem Künstler selbst vertrieben wird. Vimeo hat dafür Vimeo On Demand ins Leben gerufen. Man kann die dort angebotenen Filme entweder leihen (einmalig anschauen) oder kaufen (herunterladen). Laut Vimeo bekommen die Filmemacher fast den gesamten Betrag ausbezahlt.

Natürlich reden wir hier nicht von Blockbustern und auch nicht von Weltstars, die sich dumm und dämlich verdienen. Sondern von »kleinen« Kreativen, die trotz schmalem Budget versuchen, gute – und oftmals recht ungewöhnliche – Unterhaltungsfilme oder Do­ku­men­ta­tio­nen zu machen.

Jenseits des Mainstream eben.

vimeo.com/ondemand/

Verkaufe es JETZT!

Im Verlag BusinessVillage wird im September oder Oktober 2013 ein neues Buch erscheinen, das mir sehr interessant vorkommt: Markus M. Schwenk: Sell it NOW! Moderne Ver­kaufs­ge­sprä­che gehen anders.

Die These: Umfassende Beratung, langfristige Kundenbeziehungen, toller Service seien heute keine Garanten für gute Geschäfte mehr. Denn für den neuen Geiz-ist-geil-Kunden hätten diese Aspekte kaum noch eine Bedeutung. Sie seien gnadenlos, gut vorinformiert, stellten Fragen und forderten Rabatte. Das mache Verkaufsgespräche nach alter Schule unmöglich.

Markus M. Schwenk zeigt in seinem Buch, wie das moderne B2C-Geschäft funktioniert und hat für dieses Buch mehr als 1500 Verkäufer-Coachings analysiert. Realistische Beispiele, sofort nachvollziehbare und direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen machen dieses Buch – nach Aussage des Verlages – zur Standardlektüre für Verkäufer im Endkundengeschäft.

Da das Buch noch nicht erschienen ist, während ich diesen Blogartikel schreibe, habe ich es natürlich noch nicht gelesen und kann es daher nicht bewerten.

Ich glaube aber, dass es immer noch zahlreiche Kunden gibt, denen eine langfristige und vertrauensvolle Beziehung zum Verkäufer oder Dienstleister wichtig ist. Ob man ausschließlich von dieser Art von Kunden »leben« kann, hängt sicherlich von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der eigenen Branche, den Gewinnspannen usw.

In meinem Fall ist es so, dass viele meiner Kunden sehr nette und treue Stammkunden sind. Aber warum soll ich die »gnadenlosen« Geiz-ist-geil-Interessenten nicht auch zu Kunden machen können und wollen? Natürlich bekommen sie für kleine Preise keine Platin-Leistungen, aber das wollen sie ja auch gar nicht. Sie wollen’s schnell und billig, wenn ich es richtig verstehe.

Ich bin gespannt auf das Buch.

www.businessvillage.de/Sell-it-NOW/eb-926.html
Sell it NOW!

Suchmaschinen-Pessimierung

Immer wird nur über Suchmaschinen-Optimierung nachgedacht, gesprochen und geschrieben. Aber nie über eine Pessimierung, so dachte ich mir, also eine Suchmaschinen-Ver­schlech­te­rung.

Doch halt – einer hat sich doch Gedanken darüber gemacht, zumindest in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit, und die Ergebnisse seiner Überlegungen hier niedergeschrieben:
Accessibility: In 13 Schritten zur Suchmaschinen-Pessimierung

Witzig!

Opera 15, Opera 16

Opera in der alten Version 12 basierte ja noch auf der Opera-eigenen HTML-Rendering-Engine Presto. Eine Opera-Version 13 und 14 gab es nie, sondern mit dem Wechsel auf die Engine Blink wurde die Hauptversionsnummer gleich auf 15 gesetzt.

Opera 15 war eine komplette Neuentwicklung, die erstens für Linux nicht erhältlich war und mit der zweitens viele der wenigen Opera-Benutzer sehr unzufrieden waren. Bisherige Funktionen waren völlig umgestellt worden oder ganz weggefallen. Opera hatte zwar angekündigt, altbekannte Funktionen nach und nach wieder einzubauen, aber das konnte die Wogen der Aufregung nicht glätten.

Heute machte mich der Browser nun auf die neue Version 16.0 aufmerksam, und ich habe das Update gleich installiert. Was mir zuallererst auffiel, ist der verminderte RAM-Speicherverbrauch. Und die Entwickler halten offensichtlich ihr Wort, alte Funktionen wieder einzubauen. Autofill ist wieder da, mit dem man Formulare auf Webseiten automatisch ausfüllen lassen kann.

Ansonsten sind mir leider keine Änderungen gegenüber Version 15 aufgefallen, vielleicht ist vieles eher unter der Haube verbessert worden. Vielleicht habe ich auch einiges übersehen.

Opera gefällt mir jedenfalls auch nach 12.16 immer noch. Dieser Browser ist sauschnell und gewohnt innovativ: die Lesezeichen wurden abgeschafft und deren Funktion wird von den schon bekannten Schnellstart-Schaltflächen übernommen, die sich jetzt auch in Ordnern thematisch stapeln lassen; ganz neu ist das sogenannte Stash, mit dem man ähnliche Webseiten übersichtlich zum schnellen Vergleich abspeichern kann; eine Funktion für Webentwickler, um Webseiten genau zu analysieren und Fehler zu finden, ist fest eingebaut und muss nicht als Erweiterung installiert werden.

Mal sehen, wann Firefox das alles nachäfft.

Eine gute Benutzeroberfläche

Webseiten sollten benutzerfreundlich und intuitiv bedienbar sein, klar. Ich habe schon eine ganze Menge über gute Lesbarkeit, einfach zu verstehende Navigation und eine übersichtliche Strukturierung der Inhalte gelesen. Ein Blogartikel, den ich kürzlich gefunden habe, hat mir aber einige Punkte verdeutlicht, über die ich wohl nie so richtig nachgedacht hatte. Man lernt eben immer dazu.

Der Autor, Jakub Linowski aus Toronto, stellt zunächst fest, dass eine geschäftliche Website zwei Aufgaben zu erfüllen hat: sowohl dem geschäftlichen Aspekt als auch den Besuchern zu dienen. Kundenorientiertheit ist also oberstes Gebot. Wie kann man nun den Interessenten den Aufenthalt auf der Website so angenehm und einfach wie möglich machen? Jakub hat zwanzig Ideen aufgelistet.

Und da gab es Einiges, das mich doch nachdenklich gemacht hat. Fangen wir gleich bei Idee 1 an: Ist ein einspaltiges Layout nicht wesentlich einfacher zu erfassen, als wenn links und rechts noch Seitenleisten sind? Hm, da musste ich überlegen, ob ich nicht oft die Webseiten überlade, obwohl ich mich schon immer um Einfachheit und Übersichtlichkeit bemühe.

Idee 2: Warum nicht zunächst etwas verschenken, bevor man einen möglichen Kunden zum Kauf »drängt«? Na gut, es ist nicht gerade ein kaufmännisches Geheimnis, dass Geschenke ja eigentlich aus dem Grund gemacht werden, dass der Interessent sich anschließend zum Kauf verpflichtet fühlen soll. Insofern bin ich darüber geteilter Meinung. Ehrlicher ist es, einer Person, die bereits Kunde ist, gelegentlich etwas zu schenken oder billiger zu lassen, weil man diesen Kunden einfach als Menschen gern mag. Andererseits biete ich ja mein Blog auch nicht zuletzt deswegen an, weil es hilft, meine Website bekannter zu machen. Klar, das Bloggen macht mir Spaß. Und ich schreibe auch nur über Dinge, die mich tatsächlich interessieren. Da überschneiden sich die Zwecke also ein bisschen. Doch vielleicht ist das ja gerade der Optimalfall: dass man mit dem, was man gern tut, auch Geld verdient.

Bevor es hier zu philosophisch wird, kommen wir nun lieber zu Idee 3: Ähnliche Funktionen lieber verschmelzen anstatt sie an verschiedenen Stellen doppelt und dreifach auftauchen zu lassen. Noch schlimmer ist es, wenn gleiche Funktionen gar verschieden bezeichnet sind. Klar, so was verwirrt den Benutzer.

Es folgen noch viele weitere gute Ideen und Anregungen, die ich aber hier nicht alle aufzählen möchte. Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann sich gern den Originalartikel durchlesen (gut bebildert). Hier ist er:

A Good User Interface